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EU will Verbraucher vor Werbelügen schützen

Sie sollen vor Erkältungen schützen, die Blase stärken und Haarausfall vermindern - manche Lebensmittel versprechen mehr, als sie halten. Solche Werbelügen sind nun verboten.

"Aktiviert die Abwehrkräfte" oder "Schützt vor Erkältungen" - mit solchen Werbeversprechen locken viele Hersteller von Lebensmitteln. Doch damit ist erst einmal Schluss: Ab diesem Freitag dürfen Hersteller nur noch mit gesundheitsbezogenen Angaben - sogenannten Health Claims - für ein Lebensmittel werben, wenn die Aussagen wissenschaftlich geprüft und von der EU zugelassen wurden.

Verbraucher sollen so künftig besser vor irreführender Werbung und Fehlkäufen geschützt werden, zumal vermeintlich gesündere Lebensmittel oft teurer verkauft werden. stern.de erklärt, was sich für Verbraucher verbessert und auf was Sie achten sollten.

Welche gesundheitsbezogenen Angaben hat die EU bislang genehmigt?

Erlaubt wurden bislang 222 gesundheitsbezogene Angaben. Sie betreffen Vitamine, Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium oder Eisen, aber auch Wasser, Fleisch und Fisch sowie zuckerfreie Kaugummis und Zuckerersatzstoffe.

Wo finde ich die zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben?

Sie werden in der sogenannten Artikel-13-Liste der Health-Claims-Verordnung der EU aufgeführt. Diese Liste wurde im Mai veröffentlicht, am 14. Dezember läuft die Übergangsfrist für die Hersteller ab, in der sie Verpackungen und Werbung ändern konnten. Fortan sind alle nicht zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben verboten.

Was darf künftig noch auf der Verpackung stehen?

Auf den Packungen erlaubt sind nur noch Angaben, die Verbrauchern zum Teil bekannt vorkommen dürften, wie etwa: "Kalzium wird für die Erhaltung normaler Knochen benötigt" oder "Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei". Neben dem genauen Wortlaut der erlaubten Angaben enthält die Liste Bedingungen sowie mögliche Einschränkungen und Warnungen hinsichtlich der Verwendung. Das Werbeversprechen "Actimel aktiviert die Abwehrkräfte" auf einem Produkt von Danone wurde etwa verboten - und musste entfernt werden.

Wie sehen diese Bedingungen aus?

Trägt eine Kaugummi-Packung den Hinweis "Zuckerfrei", darf mit der Angabe "Zuckerfreier Kaugummi trägt zur Erhaltung der Zahnmineralisierung bei" geworben werden. Zusätzlich muss aber darüber informiert werden, "dass sich die positive Wirkung bei mindestens 20-minütigem Kauen nach dem Essen oder Trinken einstellt". Enthält ein Lebensmittel Pektine und die Verpackung den Hinweis, dass Pektine zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut beitragen, muss erklärt werden, dass sich die positive Wirkung erst bei einer Aufnahme von sechs Gramm Pektinen einstellt.

Wie sieht das Zulassungsverfahren aus?

Voraussetzung für eine Zulassung ist, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) den Nachweis der behaupteten Wirkung positiv bewertet. Diesen Nachweis müssen die Unternehmen bringen.

Ist die Liste endgültig?

Nein, sie soll fortwährend aktualisiert werden. So steht die Prüfung von rund 2000 Angaben zu pflanzlichen Stoffen wie Eisenhut oder Ginkgo sowie zu rund 200 anderen Stoffen wie verschiedenen Mikroorganismen noch aus. Danach muss sich die Efsa nur noch mit Neuanträgen befassen.

Auf was sollten Verbraucher achten?

Wer wissen will, was in einem Produkt steckt, sollte sich nicht von Werbeversprechen täuschen lassen - sondern die Liste der Inhaltsstoffe studieren. Generell gilt: Besser zu Obst und Gemüse greifen als zu mit Vitaminen angereicherten Lebensmittel. Ohnehin ist die deutsche Bevölkerung gut mit Vitaminen versorgt, an den meisten herrscht kein Mangel. Ein Zusatz in Lebensmitteln ist daher zumeist vor allem eines: teuer und überflüssig.

lea/AFP/AFP

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