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11. Mai 2010, 20:04 Uhr

Überstunden schlagen aufs Herz

Geahnt hat es wohl jeder, nun bestätigt es auch eine wissenschaftliche Langzeitstudie: Wer ständig Überstunden macht, schadet seiner Gesundheit. Die Forscher nennen eine Reihe von Gründen, warum Überstundenkonto und Herzinfarktrisiko verknüpft sind.

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Jeden Tag Überstunden schieben - das ist nicht gesund© Colourbox

Wer Überstunden macht, wird schneller herzkrank. Das bestätigt eine Langzeitstudie mit rund 6000 Menschen. Alle Studienteilnehmer hatten zu Beginn der Studie Anfang der 90er Jahre ein gesundes Herz. Nach elf Jahren waren 369 Teilnehmer entweder an einer Herzkreislauferkrankung gestorben, hatten einen Herzinfarkt hinter sich oder litten an Angina pectoris. Bei dieser Krankheit wird das Herz schlecht durchblutet und es kommt zu einem Engegefühl in der Brust sowie Herzschmerzen.

Nachdem die Forscher Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und hohe Cholesterinwerte herausgerechnet hatten, ergab sich ein um 60 Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko für all diejenigen, die täglich drei bis vier Überstunden machten. Insgesamt waren die Menschen mit vielen Überstunden eher jünger, eher Männer und eher höher auf der Karriereleiter zu finden.

Die Daten der Forscher um Mika Kivimäki und Marianna Virtanen stammen aus einer Langzeitstudie namens Whitehall II, bei der die Gesundheit von Angestellten der britischen Behörden untersucht wird. Die Studie wurde im Fachjournal "European Heart Journal" veröffentlicht.

Eine Reihe möglicher Gründe

Die Wissenschaftler nennen eine Reihe möglicher Gründe für ihre Ergebnisse: Überstunden würden von einem bestimmten Typ Mensch gemacht, der viel mit anderen konkurriere und angespannt sei. Zu viel Zeit im Büro könne aber auch zu Depressionen, Ängsten, zu wenig Erholung vor dem Schlafen und insgesamt zu wenig Schlaf führen -­ Faktoren, die das Risiko einer Herzkrankheit erhöhen könnten. Menschen mit Hang zu Überstunden seien zudem möglicherweise jene, die auch bei Krankheit im Büro auftauchten. Virtanen und Kollegen stellen allerdings auch die Vermutung an, dass Menschen mit größerem Entscheidungsspielraum im Job trotz Überstunden kein höheres Risiko für eine Herzkranzgefäßerkrankung haben.

Die Epidemiologen betonen jedoch, dass noch mehr Forschung nötig sei, um einen direkten Zusammenhang zwischen Überstunden und Herzleiden eindeutig zu belegen. So sei zum Beispiel nicht klar, ob das Risiko für eine Koronare Herzkrankheit sinke, wenn ein Angestellter wieder früher nach Hause gehe. Sie weisen auch darauf hin, dass bei der Studie keine Handwerker oder Arbeiter sowie Angestellte bei privaten Unternehmen mitmachen.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Krakatoa41 (13.05.2010, 14:44 Uhr)
Die armen Büroarbeiter
Natürlich mal wieder die armen, völlig überarbeiteten Büroarbeiter, die die hälfte Ihrer Arbeitszeit völlig gestresst in Onlinespielen verbringenJeden Morgen um 9.00Uhr auf der matte stehen, dadfurch natürlich nie ausgeschlafen haben.
Wie gut geht es da den den Produktionsarbeitern, die statt 35 Std die Woche oft mals 45-50 Stunden in der Woche im Dreischichtsystem arbeiten dürfen, mit teilweise enormen Leistungsdruck mit starkem körperlichen Einsatz und das wie hier im osten überall für einen Hungerlohn.
Diese sind natürlich überhaupt nicht gestresst, Topfit und überhaupt nicht zu bedauern.
Was sind das für Menschen, die solchen völlig unsinnigen und hohlen Studien betreiben, vielleicht sollte man mal sein Augenmerk auf die Bevölkerungsgruppen lenken, die wirklich arbeiten müssen für Ihr Geld und nicht einen Teil Ihrer Freizeitvergnügungen bereits im Büro frönen können.
Corazito3333 (12.05.2010, 13:15 Uhr)
Wissenschaftler ist eigentlich ein Traumberuf...
Wer zahlt eigentlich diese "wissenschaftlichen Erhebungen"..... sitzen in ihren Glashäusern, wissen weder wie die Arbeit in einem Büro ist oder in der Fabrikhalle oder als H4Empfänger..........
tobix (12.05.2010, 12:03 Uhr)
Toll, wie man eine Studie hier umdeutet
" Überstunden schlagen aufs Herz "
vs.
"Die Wissenschaftler nennen eine Reihe möglicher Gründe für ihre Ergebnisse"...

Die Wissenschaftler sagen nicht, dass Überstunden schaden. Es gibt einen Zusammenhang, aber nicht zwingend einen kausalen! Vielleicht sind die Überstunden nur eines der Symptome, bspw. von permanentem Leistungsdruck.

Für eine Artikelüberschrift und -einleitung wäre das aber wohl zu komplex...
80blatt (12.05.2010, 08:29 Uhr)
Pardon
`sind ein paar Fehler in meinem Beitrag.

Mich regt halt dieses ewige Gejammere mancher Zeitgenossen ziemlich auf.

Am Ende sterben wir am Leben.
80blatt (12.05.2010, 08:25 Uhr)
Für körperlich Arbeitende trifft das zu.
Jedoch kenne ich eine Vielzahl von Kollegen (Büro), welche morgens im 9 Büro eintreffen (Zitat: Mann, was ein Streß auf der Autobahn), dann aber abends gerne bis 19 oder 20 Uhr noch "wichtige" Arbeiten, Termine zu leisten haben. In der Regel sind das Endlos-Schwafel-Telefonaten, Kaffee-Gesprächen o.ä. oder irgendwelche Excel-Spielereien (Chef, ich hab da mal was ausgearbeitet...).
Ich nenne das eine aufgeblasene Wichtigtuerei; effizientes Arbeiten funktioniert anders.

Zudem weiß mittlerweile jeder halbwegs informierte Mensch, dass man nicht 12 Stunden effektiv bzw. effizient arbeiten kann. Mit ein wenig Planung kann der Arbeitstag entsprechend eingeteilt werden und dieses Profilierungsgetue ist überflüssig.

Andern Morgens wird dann wieder gejammert "Ach Gott, was war es gestern wieder so spät..."
ganzbaf (12.05.2010, 07:46 Uhr)
Genau wie Nachtarbeit und Fluglärm

Arbeitszeitverkürzung auf 35STd. ohne Überstunden müssen zur Pflicht gemacht werden.
Corazito3333 (11.05.2010, 23:36 Uhr)
sehr interessant....???!!!!!
und was tun gegen überstunden und streß und mobbing??????? arbeitslos melden und in H4 gehen??????
brigitteramsau (11.05.2010, 22:41 Uhr)
Gilt nur fuer koerperlich Arbeitende.
Buero-Arbeiten sind Erholung und Ueberstunden sind meistens eine gute Ausrede sich vom heimischen Herd mit seinen Problemen fernzuhalten.

Genau wie die angeblichen Geschaeftsreisen die jeden Tag durch die Gegend fliegen "muessen" wird hier angeblicher "Stress" vorgetaeuscht.

Wir hatten in unseren IT Projekten immer lange Wartezeiten um unseren Kasumpel auszutesten und Anwesenheitszeiten von mehr als 12 Stunden waren normal, diese "Ueberstunden" wurden auch niemals dem Auftraggeber in Rechnung gestellt.
the_pope (11.05.2010, 21:09 Uhr)
Sport?
Mir persönlich fehlt bei der Studie ein Bezug zu körperlicher Betätigung der Probanten. Wer viel in er Arbeit rumsitzt, wird wohl nicht viel Zeit für Sport haben. Nicht übergewichtig zu sein allein gleicht die fehlende Bewegung nicht aus.
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