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Wie gefährlich ist Ebola in den USA?

Der erste Ebola-Patient ist in den USA eingetroffen, ein weiterer soll folgen. Bei den Menschen im Land blühen Angst und Verschwörungstheorien auf. Können zwei Kranke 320 Millionen Gesunde anstecken?

  Der mit Ebola infizierte Arzt Kent Brantly bei seiner Ankunft am Emory University Hospital in Atlanta

Der mit Ebola infizierte Arzt Kent Brantly bei seiner Ankunft am Emory University Hospital in Atlanta

Zuerst war es nur einer. Quasi der Patient null in den USA. Dann steckte er erst ein paar, dann immer mehr an. Diese infizierten weitere und zum Schluss waren es Tausende. Nein, mit Ebola wurde in den USA noch niemand angesteckt, wohl aber mit der Angst vor Ebola. Obwohl Experten die Infektionsgefahr als vernachlässigbar einstufen, blühen in sozialen Netzwerken die Angst und die Verschwörungstheorien. Selbst der Milliardär Donald Trump twitterte, dass es die Inkompetenz der US-Führung zeige, Ebola-Patienten ins Land zu bringen und warnte vor einer Seuchenwelle. "Lasst sie draußen!", forderte er.

"Ich möchte niemanden mit Ebola nahe der USA haben", twitterte eine besorgte Frau. "Die beiden dürfen nur verbrannt und in einer versiegelten Urne in dieses Land zurückkommen. Punkt!", schrieb jemand anderes. "Die beiden", das sind ein Arzt und eine Krankenschwester, die in Afrika für eine Hilfsorganisation gearbeitet haben. Beide haben sich mit Ebola infiziert, der Krankheit, der in Westafrika in den vergangenen Wochen schon mehr als 700 Menschen zum Opfer fielen. Der Zustand der beiden Helfer ist ernst, aber stabil. Am Samstag traf der Arzt Kent Brantly in Atlanta ein, danach sollte sich das Flugzeug wieder auf den Weg nach Liberia machen, um die Frau zu holen.

"Lasst die Verschwörungstheorien beginnen!"

"Atlanta ist nur sechs Stunden entfernt, und ich kenne mindestens zwei Leute da", schrieb ein bei Twitterer, als würden die beiden Patienten auf dem Centennial Plaza genau in der Innenstadt abgelegt. "Ebola in die USA zu bringen ist der größte Mist, den ich je gehört habe", twitterte "Quandra". Und "Laura" fragt, "wie schnell das Virus von Atlanta zu mir nach San Diego" kommen könne.

Ist es Ernst oder Sarkasmus, wenn "Idaho Stan" empfiehlt, sich "mit Munition für deine Waffen einzudecken, bevor die Epidemie richtig ausbricht"? Ein gewisser "Kay" spottete bereits: "Ebola ist in den USA, lasst die Verschwörungstheorien beginnen!" Dieser Aufforderung hätte es nicht bedurft: "Ein widerlicher Versuch der Bevölkerungskontrolle in Afrika?", fragt zum Beispiel "Marianne S".

Ausgerechnet die Organisation, die die Kranken betreuen und die Menschen beruhigen soll, ist die größte Zielscheibe: die Gesundheitsbehörde CDC. "Ebola aus Afrika? Ich glaube, es kommt aus dem CDC-Labor", behauptet "Lalava1". "Stacy" glaubt hingegen, dass Ebola zwar aus Afrika kommt, dass die CDC die Kranken aber nur einfliege, um ihre Isolierstation zu testen.

Experten sorgen sich nicht um ihre Gesundheit

Das Vertrauen in die CDC ist nicht mehr ganz felsenfest, seit CNN von allzu sorglosem Umgang der Wissenschaftler mit ansteckendem Material berichtete. So soll eine Vogelgrippeprobe mit nur minimalem Schutz transportiert worden sein, einige Forscher hatten demnach gefährliches Material in Ziploc-Tüten mitgenommen. Das sind Plastikbeutel, die man oben zudrücken kann - sehr praktisch für ein Butterbrot, unpassend für tödliches Material.

Präsident Barack Obama selbst umgab sich am Wochenende auf einem Gipfel in Washington mit Dutzenden afrikanischen Staatschefs, die gerade eingeflogen waren. Es bestehe keine Gefahr, beteuerte der Präsident, räumte jedoch ein, dass die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden seien.

Am sachlichsten sehen es noch die Experten selbst: "Ich werde einer der wenigen sein, die mit den beiden Kranken direkten Kontakt haben werden", sagte der Virologe Bruce Ribner von der Emory University. "Und ich habe keine Sorgen um meine Gesundheit oder die unseres medizinischen Personals." Und CDC-Direktor Tom Frieden sieht schlicht seine Verantwortung: "Das sind zwei Amerikaner, die rübergeflogen sind, um Ebola-Patienten zu helfen. Sie verdienen die beste medizinische Betreuung, die sie bekommen können."

mka/DPA/DPA
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