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Warum zu häufiges Duschen krank macht

Täglich duschen, die Haare shampoonieren und die Hände mit Seife abschrubben: Wer es mit der Körperpflege übertreibt, stresst die Haut und riskiert unangenehme Infektionen. Ein Dermatologe gibt Tipps, wie sich Reinlichkeit und Gesundheit unter einen Hut bringen lassen.

Duschen tut gut - doch wer es mit der Reinlichkeit übertreibt, richtet mehr Schaden als Nutzen an.

Duschen tut gut - doch wer es mit der Reinlichkeit übertreibt, richtet mehr Schaden als Nutzen an.

Die tägliche Dusche ist für jeden zweiten Deutschen ein Muss: Sie erfrischt, entspannt und macht wach. Rund elf  Minuten steht der Durchschnittsdeutsche unter dem Duschkopf und seift, shampooniert und schäumt, was die Tuben hergeben.

So wohltuend die tägliche Dusche ist - aus hygienischer Sicht notwendig ist sie nicht. Zu häufiges und heißes Duschen schadet sogar mehr, als dass es nutzt. Denn bei jedem Waschgang werden Fette aus der Haut gespült, welche die Haut weich und geschmeidig halten. Passiert das zu häufig, kann die Haut austrocknen, rau und schuppig werden.

Natürlicher Schutzschild der Haut nimmt Schaden

Zudem schädigt exzessives Duschen die Bakterienflora der Haut, also die Gesamtzahl aller Keime, die auf unserer Körperoberfläche leben. "Die Keime auf der Haut bilden eine Abwehr gegenüber krankmachenden Keimen. Sie sind in ihrer Zusammensetzung sehr wichtig und sollten nicht gestört werden", sagt der Münchner Dermatologe Christoph Liebich.

Zu häufiges, heißes Duschen kann das empfindliche Gleichgewicht der Haut aus dem Takt bringen. Dann haben Fremdkeime leichtes Spiel und können sich auf der Hautoberfläche ausbreiten. Der Grund: Die natürliche Hautflora überzieht die Körperhülle wie eine Art Schutzschild, der eine Besiedlung mit fremden Keimen verhindert. Werden jedoch die "gesunden" Bakterien zurückgedrängt, nehmen schädliche Bakterien, Pilze oder Viren rasch überhand. Letztere begünstigen etwa die Entstehung von Warzen.

Eine allgemeine Empfehlung, wie viel Duschen gesund sei und ab wann es schade, gebe es nicht, erklärt der Dermatologe. Dies sei in erster Linie "typabhängig". Menschen, die zu fettiger Haut neigen, würden demnach häufigeres Duschen besser vertragen als Menschen, deren Haut von Natur aus trocken sei.

Aggressive Seife meiden

Wer auf die tägliche Dusche nicht verzichten möchte, sollte folgende Dinge beachten, um seine Haut möglichst wenig zu stressen: Nicht zu lange und zu heiß duschen, denn das spült besonders viele Fette aus der Haut. Als ideal gilt stattdessen eine lauwarme Wassertemperatur zwischen 36 und 37 Grad. Und wer möchte, kann zur Abwechslung auf Seife und Duschgel verzichten und sich stattdessen mit Wasser abbrausen. An empfindlichen Körperstellen, etwa dem Intimbereich, hätten aggressive Seifen ohnehin nichts verloren, sagt Liebich. Es reicht, diese Stellen regelmäßig mit lauwarmem Wasser zu reinigen.

Eine gute und hautschonende Alternative zu einem Duschgel kann ein sogenanntes Duschöl sein. Das Öl trocknet die Haut nicht so stark aus und wirkt fettend. Wer will, kann die Haut nach der Reinigung mit Cremes pflegen. Und auch hier gilt: die Zusammensetzung der Creme orientiert sich am Hauttyp. "Menschen mit trockener Haut dürfen zu fetthaltigen Cremes greifen. Bei fettiger Haut empfehlen sich leichtere Lotions", so Liebich.

Ilona Kriesl
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