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Umstrittener Bluttest wird wahrscheinlich erlaubt

Ist der Bluttest auf Trisomie 21 illegal? Ja, sagt der Bundes-Behindertenbeauftragte und forderte die Länder auf, den umstrittenen Test zu verbieten. Doch rechtlich ist das nicht so einfach möglich.

  Mit einem einfachen Bluttest soll es schon bald möglich sein, Trisomie 21 beim Embryo festzustellen

Mit einem einfachen Bluttest soll es schon bald möglich sein, Trisomie 21 beim Embryo festzustellen

Das Down-Syndrom, Wissenschaftler sprechen von Trisomie 21, zählt zu den häufigsten Behinderungen. Schon heute können werdende Eltern mit einer Fruchtwasseruntersuchung feststellen lassen, ob der Embryo an dem Gendefekt leidet. Doch in Zukunft könnte dies sogar noch leichter und ungefährlicher möglich sein - mithilfe eines Bluttests. Dieser sei "illegal", kritisierte der Bundesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, und legte ein Gutachten vor. Der Test verstoße gegen das Gendiagnostikgesetz, die Bundesländer sollten ihn verbieten.

Doch das wird wohl nicht funktionieren: Ein Verbot des umstrittenen vorgeburtlichen Bluttests auf das Down-Syndrom wird es nach derzeitigem Stand in Deutschland nicht geben. Das Land Baden-Württemberg, Sitz des Herstellers und damit zuständig, wird den Test nach Angaben des Sozialministeriums nicht verbieten. Dafür seien die rechtlichen Voraussetzungen nach dem Gendiagnostikgesetz nicht gegeben, sagte ein Sprecher von Ministerin Katrin Altpeter (SPD).

Test muss nicht zugelassen werden

Ob es für andere Bundesländer eine Handhabe gebe, werde derzeit intensiv geprüft, sagte Thomas Spieker, Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Da der Test des Konstanzer Unternehmens LifeCodexx nach derzeitigem Informationsstand als Medizinprodukt und nicht als Arzneimittel eingestuft wird, muss er kein Zulassungsverfahren durchlaufen. Die Firma hat vor, den Test noch im Juli auf den Markt zu bringen.

Bei seinem Aufruf zum Verbot stützte sich Hüppe auf ein Rechtsgutachten, demzufolge der Test mit geltendem Recht nicht vereinbar sei - weder mit der Menschenwürde noch mit Artikel 3 des Grundgesetzes. Auch Ethiker und Kirchen hatten sich gegen das neue Verfahren ausgesprochen.

Trisomie 21 führt zu geistigen Behinderungen und körperlichen Auffälligkeiten. Anstelle einer Fruchtblasenpunktion, die medizinische Probleme bis hin zur Frühgeburt verursachen kann, genügt bei dem neuen Test eine Blutprobe der Mutter. Nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums entscheiden sich schon jetzt neun von zehn Frauen für eine Abtreibung, wenn die Fruchtwasseruntersuchung eine Trisomie 21 ergibt.

Informationen, welche Untersuchungen in der Schwangerschaft sinnvoll sind, finden Sie hier.

lea/DPA/DPA
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