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25. Oktober 2009, 17:31 Uhr

Wie gefährlich sind Antibabypillen?

Sind neue Antibabypillen unsicherer als die alten? Nachdem eine junge Schweizerin eine Lungenembolie erlitt, hat die Arzneimittelbehörde Swissmedic die Risiken der hormonellen Verhütung noch einmal genauer untersucht.

Antibabypille, Verhütung, Hormone, Östrogen, Yasmin

In so genannten Mikropillen stecken zwei Hormone - ein Gestagen und ein Östrogen© Colourbox

Die Pille ist das beliebteste Verhütungsmittel: 54 Prozent der Frauen zwischen 20 und 44 nutzen sie laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Allerdings bringen Antibabypillen trotz aller Vorteile auch Risiken mit sich. Das schwerste: In den Venen der Beine und des Beckenbereichs können sich Blutgerinnsel bilden, so genannte venöse Thromoembolien. Werden diese in den Lungenkreislauf geschwemmt, lösen sie eine Lungenembolie aus, die tödlich verlaufen kann

Im Mai erlitt eine 16-jährige Schweizerin eine Lungenembolie, sie ist jetzt schwer behindert. Die Jugendliche hatte vier Wochen davor begonnen, die Pille "Yasmin" zu nehmen. Das Präparat enthält den vergleichsweise neuen Wirkstoff Drosperinon, der tatsächlich in Verdacht steht, häufiger zu Thrombosen und Embolien zu führen. Daher wurde in der Schweiz diskutiert, diese und ähnliche Mittel vom Markt zu nehmen. Die Arzneimittelbehörde Swissmedic hat daraufhin mit einer Überprüfung der verschiedenen erhältlichen Antibabypillen begonnen. Dazu griffen die Schweizer auf die Daten mehrerer großer Studien zurück, die neuesten stammen aus Dänemark und Holland und wurden diesen August veröffentlicht.

Neue und alte Präparate im Vergleich

Verglichen wurden drei Sorten von Mikropillen, die alle zwei Hormone - ein Östrogen und ein Gestagen enthalten. Hier gibt es die älteren Pillen der so genannten 2. Generation mit dem Gestagen Levonorgestrel, die neueren Pillen der 3. Generation mit Desogestrel oder Gestoden und schließlich Neuentwicklungen mit Drospirenon und einigen anderen Gestagenen. Als Östrogen enthalten diese Pillen alle Ethinylestradiol.

Jetzt veröffentlichten die Schweizer das Fazit ihrer Untersuchung - und geben eine vorsichtige Entwarnung für "Yasmin" und ähnliche Präparate: Antibabypillen mit Drospirenon liegen im Risikobereich der anderen auf dem Markt befindlichen Präparate. Laut der im "British Medical Journal" veröffentlichten dänische Studie bekommen in einem Jahr 3 von 10.000 Frauen, die nicht hormonell verhüten eine Venenthrombose, bei den Frauen, die verhüten sind es 6,3 von 10.000.

Im Direktvergleich bestätigten die Studien aus Dänemark und Holland aber, was schon frühere Untersuchungen zeigten: Am sichersten sind immer noch die alten Verhütungspillen der 2. Generation. Die neueren Präparate der 3. Generation führen doppelt so oft zu gefährlichen Blutgerinnseln. Die Gefährdung durch Drosperinon-Pillen liegt zwischen diesen beiden.

Selten - aber gefährlich

Bedeutet das nicht, Frauen sollten zu den älteren Pillen greifen? Die Frage muss wohl jede für sich klären: Bevorzugt man eine neuere Pille, weil sie eventuell dafür sorgt, dass sich beispielsweise das Hautbild verbessert und nimmt das höhere Embolie-Risiko in Kauf? Oder setzt man lieber auf Sicherheit und verringert die Gefahr einer seltenen, aber eventuell tödlichen Komplikation?

Wenn gewisse Risikofaktoren vorliegen stellt sich diese Frage allerdings nicht mehr: Frauen mit einer erblichen Veranlagung zu Thrombosen - diese lässt sich im Verdachtsfall im Labor nachweisen - sollten ganz auf eine Pille mit Östrogen und Gestagen verzichten. Auch bei Raucherinnen, Übergewichtigen und Frauen in höherem Alter sollte die Vorsicht an erster Stelle stehen. Swissmedic empfiehlt sogar ganz das Ausweichen auf nicht-hormonelle Verhütungsmethoden, sobald ein Risikofaktor vorliegt.

bub
 
 
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