Diese Dinge machen uns krank

13. Dezember 2012, 18:30 Uhr

Wie bleibe ich gesund? Wovon sollte ich besser die Finger lassen? Ein Expertenteam bewertete über Jahre die weltweit größten Risikofaktoren für die Gesundheit - und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.

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Eine weltweite Studie belegt: Bluthochdruck ist die größte Gefahr für die Gesundheit - noch vor Alkohol und Rauchen.©

Die Krankheit verläuft schleichend, Erkrankte fühlen sich fit und haben keine Schmerzen - doch genau das macht Bluthochdruck so gefährlich. Die neue Gesundheitsstudie "Global Burden of Disease 2010" (GBDS 2010) listet die weltweit größten Gesundheitsgefahren auf und kommt zu dem Schluss: Bluthochdruck ist mit Abstand das größte Risiko für die Gesundheit. Die Volkskrankheit ist damit gefährlicher als Rauchen oder Alkoholkonsum.

Allein im Jahr 2010 starben mehr als neun Millionen Menschen an den Folgen von Bluthochdruck, heißt es in der im Magazin "The Lancet" veröffentlichten Studie. Die Ergebnisse beruhen auf jahrelanger akribischer Arbeit: Mehrere hundert Experten aus 50 Ländern werteten Gesundheitsdaten aus, verglichen und beurteilten sie. Neben der Harvard University ist unter anderem auch die Weltgesundheitsorganisation WHO beteiligt. Die aktuelle Studie ist eine Neuauflage einer großen Untersuchung aus dem Jahr 1990.

Nach den Statistiken rangiert Rauchen auf Platz zwei der größten Gesundheitsgefahren. Regelmäßiger Tabakkonsum verstopft die Gefäße, führt so zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Gleichzeitig steigt das Risiko für eine Krebserkrankung, wie etwa Lungenkrebs. 6,3 Millionen Menschen starben an den Folgen von Tabakkonsum im Jahr 2010, berichten die Forscher. In westeuropäischen Ländern und Nordamerika stellt Rauchen den größten Risikofaktor dar.

Weltweit große Unterschiede

Die drittgrößte Gefahr für die Gesundheit sehen die Forscher in übermäßigem Alkoholkonsum. Die Zahl alkoholbedingter körperlicher Schäden sei stark gestiegen, erklären die Experten. Die Auswirkungen sind beträchtlich: Wer zu viel trinkt, riskiert Schäden an Leber und Gehirn. Das Risiko für eine Krebserkrankung steigt. 4,9 Millionen Tote gehen auf das Konto von Krankheiten, die durch übermäßigen Alkoholkonsum entstanden sind.

Auffällig ist: Die Gefahren variieren in den unterschiedlichen Regionen der Welt sehr stark. So sterben in den westlicheren Ländern viele Menschen an den Folgen ihrer Fettleibigkeit. Mehr als drei Millionen Todesfälle seien 2010 auf Übergewicht zurückzuführen gewesen. Besonders problematisch ist die Lage dem Bericht zufolge in Australien und Lateinamerika. In Afrika seien viele Menschen dagegen unterernährt - und würden an den Folgen von mangelnder Ernährung erkranken. In Südasien gehört Luftverschmutzung durch schädliches Heizmaterial weiterhin zu den größten Risiken.

Schon kleine Veränderungen machen gesünder

Trotz der weltweit verschiedenen Gesundheitsgefahren stellen die Forscher auch einen einheitlichen Trend fest: "Insgesamt sehen wir eine wachsende Belastung mit Risikofaktoren, die bei Erwachsenen zu chronischen Krankheiten führen. Dazu zählen Krebs, Herzprobleme und Diabetes", erklärt Autor Majid Ezzati vom Imperial College London. "Gleichzeitig sinken die Risiken, die mit Infektionskrankheiten bei Kindern zu tun haben."

"Die gute Neuigkeit ist, dass wir sehr viel tun können, um die Gesundheitsrisiken zu reduzieren", erklärt Ezzati. Gegen Bluthochdruck helfe es etwa schon, weniger zu salzen oder mehr frisches Obst und Gemüse zu essen.

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