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Warum halten sich Ostereier aus dem Supermarkt so lange?

Wenige Wochen vor Ostern haben bunte Eier aus dem Handel Hochsaison: Hübsch schauen sie aus - und praktisch sind sie allemal. Doch woher stammen die Eier? Und was macht sie so lange haltbar?

Bunte Mischung: Gefärbte Eier gibt es vor Ostern praktisch überall zu kaufen.

Bunte Mischung: Gefärbte Eier gibt es vor Ostern praktisch überall zu kaufen.

Ostern ist Eierzeit. Der Einzelhandel läutet diese Saison schon Wochen vorher ein: mit bunten Eiern, die es im Supermarkt, beim Bäcker oder in der Metzgerei zu kaufen gibt. Der Griff zum "Fertig-Ei" spart Zeit, mitunter auch Nerven, weil die stundenlange Färberei in der heimischen Küche entfällt. Doch viele Verbraucher sind auch skeptisch, etwa was die lange Haltbarkeit der Ostereier betrifft. Zu Recht?

"Eier sind von Natur aus Mini-Konserven", sagt Silke Klotzhuber, Ökotrophologin beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES). "Die Schale verhindert, dass Keime eindringen. Die Eihaut im Inneren bildet eine zusätzliche Barriere." Die Ostereier aus dem Supermarkt seien demnach dreifach geschützt: Denn Hersteller versiegeln sie nach dem Kochen mit einer speziellen Schicht. Dabei handelt es sich meist um eine Mischung aus Schellack und Palmwachs. Sie verschließt die Poren in der Schale und sorgt dafür, dass die Ostereier zusätzlich schön glänzen. Die Substanzen in Lack und Farbe müssen als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen sein - und sind daher in der Regel unkritisch.

Was aber passiert, wenn die Schale des Eis beim Kochen aufplatzt oder rissig wird? "Die Schutzfunktion ist dann aufgehoben, Keime können eindringen und das Ei ungenießbar machen", erklärt Klotzhuber. Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover untersucht die bunten Eier deshalb jährlich - zuletzt im Jahr 2016. Damals überprüften die Wissenschaftler 42 Proben, eine Probe bestand aus rund 30 Eiern. In zwölf Proben fanden die Forscher einzelne Ostereier, die faulten oder alt und muffig rochen. Andere Proben wiesen einen hohen Anteil an Schalendefekten auf, die solche Verderbnisprozesse in Gang setzen können. Für den Verbraucher sind Risse und Sprünge nicht auf den ersten Blick zu erkennen, bemängelten die Forscher. Die Defekte würden schlicht unter der Lackschicht verschwinden.

Ostereier besser im Kühlschrank lagern

Doch nicht jedes Ei mit Riss gehört automatisch in die Tonne. Die Ernährungswissenschaftlerin rät, sich auf den eigenen Geruchssinn zu verlassen: "Fällt ein Sprung erst nach dem Kauf auf, würde ich das Ei trotzdem aufschlagen, anschauen, daran riechen - und mich dann entscheiden: essen oder nicht essen?" Mitunter spielt hier auch die verbleibende Mindesthaltbarkeit eine Rolle. "Ein frisch gekauftes Ei ist eher unproblematisch - im Gegensatz zu einem Ei, das man schon vor Wochen gekauft hat." Bis zu einem Monat sollen sich die Eier im Schnitt halten können - und das bei Raumtemperatur. Prinzipiell sei dies möglich, sagt Klotzhuber, "aber eine Lagerung im Kühlschrank ist grundsätzlich vorzuziehen." Denn in einer kühlen Umgebung würden sowohl Haltbarkeit als auch Qualität der Eier positiv beeinflusst. Das ist wichtig, vor allem in den warmen Sommermonaten, in denen die bunten Eier auch als "Brotzeiteier" in den Geschäften ausliegen.

"KAT"-Siegel garantiert käfigfreie Eier

Der Blick auf die Mindesthaltbarkeit lohnt also in jedem Fall - je länger die Restlaufzeit, desto besser. Bei losen Eiern lässt sich diese Information beim Verkäufer nachfragen. Wer nicht nur Wert auf Frische, sondern auch auf die Herkunft der Eier legt, sollte auf das sogenannte "KAT"-Logo auf der Verpackung achten. Das Siegel des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. garantiert, dass die Eier aus Boden-, Freiland- oder Biohaltung stammen. Mit diesem Wissen schmeckt das Osterei dann gleich nochmal so gut.


ikr
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