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Im Osten werden mehr Zähne gezogen

Ein Report fühlt den Deutschen auf den Zahn und liefert Daten: Demnach zahlen die Bayern für Kronen, Brücken und Co. am meisten zu. Die Ostdeutschen nutzen die Notfallbehandlung vermehrt.

Die Bayern lassen sich ein schönes Lächeln was kosten: Sie zahlen am meisten zu Zahnbehandlungen zu

Die Bayern lassen sich ein schönes Lächeln was kosten: Sie zahlen am meisten zu Zahnbehandlungen zu.

In der zahnmedizinischen Versorgung gibt es nach einer Studie der Krankenkasse Barmer große regionale Unterschiede. Patienten in einigen Regionen Deutschlands zahlen für Prothesen, Kronen und Brücken mehr aus der eigenen Tasche als in anderen Gebieten, wie aus dem am Dienstag in Berlin vorgestellten sogenannten Zahnreport hervorgeht.

Während zum Beispiel der Eigenanteil für Zahnersatz in Bayern mit durchschnittlich 1132 Euro am höchsten ist, liegt dieser von den Versicherten zu zahlende Eigenanteil im Saarland bei etwa 853 Euro. Am niedrigsten ist er in Sachsen-Anhalt mit nur rund 628 Euro.

Die gesetzlichen Kassen beteiligen sich nur an den Kosten für die sogenannte Regelversorgung. Dafür erhalten die Versicherten einen Festzuschuss - unabhängig davon, welchen Zahnersatz sie sich machen lassen. Zur Regelversorgung gehören zum Beispiel nur Legierungen ohne Edelmetall, aber keine Kronen oder Brücken mit Goldanteil. Den Aufpreis dafür müssen Patienten selbst berappen. Noch teurer wird es, wenn zum Beispiel ein Seitenzahn nicht mit Metall, sondern mit zahnfarbener Keramik überkront wird.

Offensichtlich werde die sogenannte Regelversorgung regional sehr unterschiedlich in Anspruch genommen, erklärte Barmer-Vorstandschef Christiph Straub. Immer mehr Menschen entschieden sich offenbar für Aspekte wie Komfort und Ästhetik, während Funktionalität und Haltbarkeit ins Hintertreffen gerieten.

Teuer heißt nicht immer besser

Die regionalen Unterschiede sind demnach bei den Einzelzahnkronen besonders groß. In Bayern wurden im Jahr 2014 weniger als zehn Prozent der Einzelzahnkronen in der Regelversorgung angefertigt. Mecklenburg-Vorpommern war zwar Spitzenreiter, doch auch hier lag der Anteil bei nur etwa einem Drittel.

Die teuren Alternativen seien nicht unbedingt besser als die Regelversorgung, erklärte Straub. Bei den Einzelzahnkronen beispielsweise gelte die Metallkrone unter Experten als beste - und haltbarste - Lösung für Seitenzähne.

Starke Schwankungen gibt es demnach auch bei den Ausgaben für die Behandlung von Zahnbetterkrankungen. Nordrhein-Westfalen weist mit 4,6 Prozent einen mehr als doppelt so hohen Anteil auf wie das Saarland mit 2,2 Prozent. Im Osten werden wiederum mehr Zähne gezogen als im Westen, auch gehen die Ostdeutschen häufiger zur Notfallbehandlung außerhalb der Sprechzeiten.

Insgesamt betrugen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für die vertragszahnärztliche Versorgung je Versichertem im Jahr 2014 durchschnittlich 161,75 Euro, wobei die Ausgaben bei den Frauen um siebeneinhalb Prozent über denen der Männer lagen. Der Zahnreport basiert auf Abrechnungsdaten der Barmer.

AFP