Körperstriptease: Scheibchen für Scheibchen

Er bringt Ihre Atome zum Tanzen: der Magnet-Resonanz-Tomograf. Das hört sich dramatisch an, ist aber ungefährlich. Und weh tut es auch nicht. Für die Untersuchung müssen Sie nur in eine Röhre hinein.

0 Bewertungen
Magnet-Resonanz-Tomografie, MRT Kernspin-Tomograf, Röhre

Das Innere des Kopfes, aufgenommen von einem Magnet-Resonanz-Tomographen©

Manche Ärzte sagen salopp: "die Röhre", andere nennen das Gerät korrekt Kernspin-Tomograf, andere genauso richtig Magnet-Resonanz-Tomograf. Gemeint ist immer dasselbe: Ein großes, teures Gerät, das Bilder von Ihrem Innersten liefert, besser als es eine Röntgen-oder Ultraschall-Untersuchung je könnte. Ein weiterer Vorteil: Die Methode schadet dem Körper nicht.

Eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) wird Ihnen der Arzt vielleicht empfehlen, wenn er Probleme am Kiefergelenk vermutet oder einen Tumor.

Bei einer Magnet-Resonanz-Tomografie liegen Sie in einer Röhre. Einige Menschen bekommen in dem engen Raum Beklemmungen, dagegen kann der Arzt Ihnen ein Beruhigungsmittel geben. Auf jeden Fall bekommen Sie eine Klingel, mit der Sie sich während der Untersuchung bemerkbar machen können. In manchen Krankenhäusern und diagnostischen Zentren stehen mittlerweile offene Tomografen, die Ihnen den Tunnel-Effekt ersparen.

Das Gerät bringt Ihre Atome zum Tanzen

Während Sie in der Röhre liegen, kreiselt der Magnet um sie herum. Dabei hören Sie laute Klopfgeräusche - wenn Sie Ohrstöpsel benutzen, sinkt der Lärmpegel. Das Magnetfeld stupst Atome in Ihrem Körper an. Die physikalische Reaktion der Atome zeichnet das Gerät auf. Ein Computer wandelt die Signale um und fügt sie zu zwei- oder dreidimensionalen Bildern zusammen: Die Ärzte sehen Ihren Körper entweder scheibchenweise oder virtuell in 3D. Nach 10 bis 30 Minuten ist die Untersuchung zu Ende.

Die Bilder zeigen besonders gut, wie es mit weichem Gewebe und den Gelenken aussieht. Knochen bildet eine Magnet-Resonanz-Tomografie weniger gut ab. Gewebe mit hohem Wasser- oder Fett-Anteil sieht hell aus, Gewebe mit niedrigem Anteil erscheint dunkler. (Das Gerät kann aber auch so eingestellt werden, dass der Hell-Dunkel-Effekt genau umgekehrt ist.)

Wenn Sie Metall in Ihrem Körper haben, etwa bestimmte Implantate oder Herzschrittmacher, kann es schwierig werden. Denn das Magnetfeld erwärmt das Metall. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt: Es gibt zum Beispiel moderne Implantate, denen eine Magnet-Resonanz-Tomografie nichts anhaben kann.

Ob die gesetzlichen Krankenkassen eine Magnet-Resonanz-Tomografie finanzieren, hängt vom Einzelfall ab. Sprechen Sie Ihre Ärztin darauf an.

Sandra Jessel

 
 
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Atome Knochen Magnetfeld MRT Röhre Tanzen