Zeigen Sie Ihre Zähne!

Mund auf, Augen zu: An Ihrem Gebiss kann der Arzt erkennen, was er für Sie tun kann. Er wird aber auch Ihre Zunge, Ihre Lippen und Ihren Gaumen beäugen - sind sie belegt, rot oder geschwollen?

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Zahnarzt, Sichtdiagnose

Ob bei Ihnen was faul ist, sieht die Zahnärztin schnell©

Nach dem Gespräch wird die Zahnärztin Sie genau untersuchen; sie erhebt einen Befund, wie das in der Fachsprache heißt. Dabei klärt sie ab, ob Sie bestimmte Krankheiten wie zum Beispiel Karies, Parodontitis, Kiefer-Fehlstellungen oder Aphten haben. Wenn die Ärztin solche Krankheiten im Frühstadium entdeckt, erspart Ihnen das womöglich viele Unannehmlichkeiten.

Als erstes begutachtet sie Ihr Äußeres: Kopf, Hals, Gesicht. Sie schaut, ob die Lymphknoten geschwollen sind oder ob Schwellungen am Hals oder im Gesicht sichtbar sind. Sie achtet auf Hautverfärbungen und darauf, wie Sie Ihren Kopf halten. All dies kann ihr Hinweise auf mögliche Krankheiten geben.

Ein Spiegelchen zeigt der Ärztin die Rückseite der Zähne

Anschließend schaut sie sich Ihre Zähne an. Sie schreibt auf, welche Zähne fehlen. Sie sucht nach faulen Stellen. Mit einem kleinen Spiegel schaut sie auf die Rückseiten der Zähne. Mit dünnen Metallsonden prüft sie, wie fest der Zahnschmelz ist und ob Zähne irgendwo durch Karies weich geworden sind. Möglicherweise schlägt Sie Ihnen auch vor zu röntgen, um Karies in den Zahn-Zwischenräumen sichtbar zu machen.

Auch Ihre Zahnbeläge sieht der Zahnarzt sich genau an. Er achtet darauf, ob Zähne abgeschliffen sind. Wenn er viel Erfahrung hat, sagt ihm die Stellung von Ober- und Unterkiefer bereits etwas über Störungen im Mund-Kiefer-Bereich. Er überprüft weiter, in welchem Zustand Füllungen, Kronen oder sonstiger Zahnersatz sind. Dafür tastet er einzelne Stellen daran ab.

Ein gesunder Zahn erschrickt bei Trockeneis

Mit einem so genannten Vitalitätstest kann der Arzt prüfen, ob ein Zahn lebt oder schon abgestorben ist. Reagiert der Zahn auf Kälte, ist alles in Ordnung. Den Kältetest macht der Zahnarzt mit Kohlendioxid-Schnee, bekannt als Trockeneis. Oder er hält Schaumstoff-Kügelchen mit schnell verdunstenden und somit kühlende Substanzen an die Zähne.

Jetzt hat er ihr Gebiss, also Zähne des Ober- und Unterkiefers untersucht. In einen Vordruck trägt der Zahnarzt ein, welche Zähne fehlen, wo Sie Brücken, Kronen, Zahnstein und so weiter haben. Damit hat er Ihren Zahnstatus erfasst. Der wird in der Patientenkartei aufbewahrt.

Lippen, Gaumen und Zunge werden auch beäugt

Mit der Begutachtung Ihres Gebisses ist es nicht getan. Die Ärztin bezieht den gesamten Mund- und Rachenraum in ihre Untersuchung mit ein: Lippen, Gaumen, Mundboden, Zunge und die gesamte Mund-Schleimhaut. Ist die Zunge belegt, verfärbt oder hat sie Geschwüre? Ist der Gaumen geschwollen, sind die Mandeln vergrößert? Ist das Zahnfleisch entzündet oder zieht es sich zurück? All dies können Folgen oder Symptome zahlreicher Krankheiten sein.

Je nachdem, wie die Untersuchung ausgefallen ist, bespricht die Zahnärztin mit Ihnen die weiteren Schritte. Das können auch weitere gehende Untersuchungen sein. Etwa eine Röntgenaufnahme, mit der sich die Zahnärztin ein genaueres Bild machen kann. Die Ergebnisse all dieser Untersuchungen sind dann die Grundlage für das Gespräch, in dem es um Ihre Behandlung gehen wird.

Sandra Jessel