Ganz hinten wächst noch was

Weisheitszähne machen oft nur Ärger: Sie finden keinen Platz im Kiefer, verkeilen oder entzünden sich. Dann schmerzt es beim Schlucken, Sprechen und Kauen. Doch nicht jeder muss gleich gezogen werden.

Weisheitszähne, Weisheitszahn, Op, Operation, Zähne, Zahn, Gebiss, Kiefer, Schmerzen, ziehen, Entzündung

Der Hinterbänkler: Rechts im Bild wartet der Weisheitszahn auf seinen Durchbruch©

Wir haben 32 Zähne: 16 oben, 16 unten, und jeweils auf jeder Seite 8. Ganz hinten wächst an der achten Stelle der Weisheitszahn. Deshalb spricht der Zahnarzt von dem "Achter". Den meisten Menschen wachsen vier Weisheitszähne. Andere bekommen gar keine, bei manchen entstehen nur zwei, in seltenen Fällen entwickeln sich sogar acht.

Oft bleiben die Weisheitszähne im Kiefer stecken, sie brechen nicht durch und sind deshalb nicht zu sehen. Experten schätzen, dass dies bei 80 Prozent der jungen Erwachsenen der Fall ist. Allerdings kann es sein, dass die Achter erst recht spät in die Mundhöhle hineinwachsen. Etwa vom 16. bis zum 40. Lebensjahr können Weisheitszähne auftauchen.

Relikt der Vorfahren

Weisheitszähne machen oft Ärger, weil ihnen der Platz im Kiefer fehlt. Das hat etwas mit der menschlichen Entwicklungsgeschichte zu tun. Vor Millionen von Jahren sah das Gesicht unserer Vorfahren anders aus: Die Mundregion stand mehr vor als heute, Ober- und Unterkiefer waren länger. In diesen Mund passten alle 32 Zähne gut hinein. Im Laufe der Zeit verkürzte sich der menschliche Kiefer, aber die Menge der Zähne blieb dieselbe. Weil der Weisheitszahn als letzter wächst, findet er häufig nicht mehr genügend Raum. Dann verkeilt er sich am Ende des Kiefers oder bricht nur teilweise durch.

Beschwerden entstehen,

  • wenn der Weisheitszahn quer oder waagerecht im Kiefer wächst,
  • wenn er andere Zähne aus der Reihe drängt,
  • wenn er dem nächst gelegenen Zahn so nahe kommt, dass die Zähne nicht mehr gut geputzt werden können,
  • wenn er sich entzündet.

Ihren Namen verdanken die Weisheitszähne übrigens der Tatsache, dass sie erst so spät durchbrechen. In früheren Zeiten wurde Alter eben mit Weisheit gleichgesetzt.

Zum Thema