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Unnötige Extrawurst mit Extrapreis

Manch einem bleibt der Mund offen, wenn er hört, was seine Zahnbehandlung kosten soll. "Muss das alles sein?" fragt er sich. Nein, muss es nicht. Vieles, was Zahnärzten so einfällt, ist nicht nötig.

Von Fabienne Hübener

  "Und dann wären da noch die 800 Euro für die Keramik..."

"Und dann wären da noch die 800 Euro für die Keramik..."

Zahnärzte neigen dazu, ihren Patienten überflüssige Extras aufzudrängen - angeblich nur zu deren Besten. Zu diesem Schluss kommt ein deutsches Sachverständigengutachten von 2001.

Die so genannte WidO-Studie der AOK brachte es an den Tag: Patienten, die sich im Dienste der Forschung bei acht verschiedenen Zahnärzten vorstellten, erhielten fast genauso viele unterschiedliche Therapievorschläge. Teilweise stimmte nicht einmal die Auswahl der zu behandelnden Zähne überein. Im Extremfall lagen die veranschlagten Kosten eines Zahnarztes 600 Prozent über dem eines anderen.

"Diese Ergebnisse sind zwar von 1999, aber nach wie vor aktuell", sagt Antonius Wienefoet, Leiter des Referats Zahnmedizin beim AOK-Bundesverband. "Wahrscheinlich hat die Intransparenz der Therapie-Entscheidungen durch das neue Abrechnungssystem sogar noch zugenommen."

Verbraucher- und Patientenberatungen erleben tagtäglich, dass Zahnarztpraxen gerne nach dem Motto handeln: "Es darf doch etwas mehr sein, oder?" In den meisten Fällen merkt der Patient gar nicht, dass er eine Extrawurst und den dazugehörigen Extrapreis bekommt. Denn kaum einer holt sich eine zweite Arztmeinung ein. Zudem sind die wenigsten Zahnärzte erfreut, wenn man ihnen den Heil- und Kostenplan eines Kollegen vorlegt.

Vergleichen im Internet kann Geld sparen

Wer sich wirklich unabhängig beraten lassen will, muss unter Umständen weit fahren. In Heidelberg bietet die Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit neutrale Verbraucher- und Patientenberatung an. Dazu gehört auch ein zweiter Zahncheck, den ein Zahnarzt der Heidelberger Beratungsstelle durchführt. Das kostet nur zehn Euro und spart unter Umständen viel Geld. Die Interessenten kommen aus ganz Deutschland angereist. Die Beratungsstelle ist Wochen im voraus ausgebucht.

"Lassen Sie sich den Heil- und Kostenplan von Ihrem Zahnarzt aushändigen", rät Uwe Niekusch von der Heidelberger Beratungsstelle. Patienten können entweder mit dem Plan in der Hand zu ihrer Krankenkasse gehen und dort nachfragen, ob der Preis im üblichen Rahmen liegt.

Oder Sie können Preise im Internet vergleichen. Auf Portalen wie 2te-zahnarztmeinung.de können Patienten die Kosten der vorgeschlagenen Behandlung mit denen anderer Zahnarztpatienten abgleichen. Liegt der Preis auffällig über dem Durchschnitt, kann es sich lohnen, einen zweiten Zahnarzt zu konsultieren.

"In zehn Prozent unserer Fälle", sagt Holger Lehmann, Betreiber von 2te-zahnarztmeinung.de, "wird die ursprünglich vorgeschlagene Zahnbehandlung nicht durchgeführt, weil sie der zweite Zahnarzt für überflüssig hält."

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