Welche Tuben abschmieren

26. Februar 2013, 17:59 Uhr

Stiftung Warentest hat zwanzig Zahnpasten getestet - mit überraschenden Ergebnissen. Die teuerste Zahncreme landet auf dem letzten, die billigste auf dem ersten Platz.

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Stiftung Warentest hat 20 Zahnpasten unter die Lupe genommen.©

Dreimal täglich mindestens drei Minuten putzen, dann klappt's auch mit dem strahlenden Lächeln, heißt es im Volksmund. Doch mindestens genauso wichtig wie das regelmäßige Zähneschrubben ist die Wahl der richtigen Zahnpasta - oder? Stiftung Warentest hat zwanzig verschiedene Marken zwischen 39 Cent und 3,95 Euro pro Tube untersucht. Das Fazit: Teuer putzt auch nicht besser. Schon für wenig Geld gibt es Top-Qualität.

Die Prüfer haben Zahnpasten in drei Abriebskategorien unter die Lupe genommen. Die einzige Marke mit hohem Abrieb war Lidls "Dentalux Complex": Die Creme mit blauen Pünktchen schützt vor Karies und entfernt zuverlässig Verfärbungen. Aufgrund ihrer Beschaffenheit ist sie allerdings nicht für freiliegende Zahnhälse geeignet, da das empfindliche Zahnbein (Dentin) den Putzkörpern schutzlos ausgeliefert wäre. Auch bei ausgeprägten Rillen und Furchen an den Zähnen sollten Zahnpasten mit hohem Abrieb vermieden werden, um die Schäden nicht zu verschlimmern.

Gute Zahnpasta für wenig Geld

Testsieger in der Kategorie "Mittlerer Abrieb" wurde die Zahnpasta "Total Original" von Colgate: Laut den Testern schützt sie sehr gut vor Karies und entfernt zuverlässig Verfärbungen. Sie hält alle Werbeversprechen ein und enthält als einzige Zahnpasta im Test Wirkstoffe gegen freiliegende Zahnhälse (Parodontitis). Mit 1,65 Euro pro Tube (75 Milliliter Inhalt) liegt sie im preislichen Mittelfeld. Punktabzug gab es für die Verpackung, die vor allem bei der Lesbarkeit besser sein könnte. Zudem kritisierten die Prüfer die Deklaration der Stoffe und die auf der Packung abgedruckten Werbeaussagen. Gesamtnote: 1,5.

Auf dem zweiten Platz landete ebenfalls mit einem sehr guten Testergebnis der Kariesschutz von Elmex. Mit 2,99 Euro pro Tube (75 Milliliter) gehört die Zahnpasta zwar nicht zu den billigsten, dafür zu den besten Marken. Sie schützt sehr gut vor Karies und Verfärbungen, weist aber mehrere Mängel in der Deklaration von Wirkstoffen auf. Preisbewussten Käufern empfiehtl Stiftung Warentest die Marke "Perlodent Med" von Rossmann. Sie kostet nur 40 Cent pro 125 Milliliter und schneidet mit einer Gesamtnote von 1,5 genauso gut ab wie die wesentlich teureren Testsieger. Sie enthält Wirkstoffe gegen Zahnstein und schützt vor Karies.

Nicht empfehlenswert ist laut den Testern die teuerste Zahncreme im Test: Laveras "Neutral Zahngel" kostet 3,94 Euro für 75 Milliliter und erreicht nur das Testergebnis "Mangelhaft". Die Kariesprophylaxe ist laut Stiftung Warentest schlecht, außerdem enthält das Produkt keine speziellen Wirkstoffe gegen Plaque, Zahnstein oder Parodontitis. Ebenfalls durchgefallen: die "Dental med Zahncreme Myrrhe" von Sante. Obwohl auf der Packung mit "fluoridfrei" geworben wird, enthält die Pasta geringe Mengen Fluorid, bietet aber dennoch keinen ausreichenden Kariesschutz. Mit 3,55 Euro ist sie sehr teuer. Gesamtnote: 5,0.

Discounter schlägt Markenprodukte

In der Kategorie "Niedriger und sehr niedriger Abrieb" steht ein Doppelpack von Aldi an der Spitze: "Eurodont Aktiv Fresh" von Aldi Nord schlägt die hochpreisige Konkurrenz von Blend-a-med und Aronal.Mit 39 Cent ist sie zudem die günstigste Zahnpasta.

Mangelhaft ist laut den Prüfern von Stiftung Warentest das medizinische Zahncremekonzentrat von Ajona. Es schützt nicht ausreichend vor Karies, enthält kein Fluorid und entfernt Verfärbungen nur befriedigend. Mit 1,25 Euro pro 25 Milliliter ist das Produkt sehr teuer.

Der vollständige Test ist unter www.test.de/zahnpasta erhältlich.

cf
 
 
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