Vorsorge statt Bohrer

Reparieren und Kitten war gestern. Mittlerweile bemühen sich Ärzte, Schäden am Gebiss so weit wie möglich zu vermeiden und Zähne so lange wie möglich zu erhalten.

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Heute versuchen Zahnärzte, die Zähne so lange wie möglich zu erhalten©

Schützen und bewahren - das ist heute das oberste Prinzip der modernen Zahnmedizin. Noch bis in die 80er Jahre mussten die gesetzlichen Krankenkassen vorwiegend Zahnreparaturen bezahlen, kaum aber vorbeugende Behandlungen. Und auch heute noch geben die Kassen deutlich mehr für Reparaturen aus als für prophylaktische Maßnahmen. Die Organisationen der Zahnärzte kritisieren das. Sie streben eine schonende Zahnmedizin an, nach dem Motto: frühzeitig mit kleinen Maßnahmen eingreifen, um größere Schäden so weit wie möglich zu verhindern.

Was Vorbeugung bewirken kann, zeigt sich an der Karies. Die deutsche Mundgesundheitsstudie belegt, dass sich der Zustand der Zähne vor allem bei Kindern und Jugendlichen enorm verbessert hat. Vor zehn Jahren waren bei Zwölfjährigen im Schnitt zwei Zähne defekt, heute ist es nur noch einer. 70 Prozent in dieser Altersgruppe haben gar keine Karies. Auch bei den Erwachsenen vom 35. zum 44. Lebensjahr hat sich der Gebisszustand deutlich verbessert.

Experten machen in erster Linie fluoridhaltige Zahnpasten und Speisesalz mit Fluorzusatz dafür verantwortlich. Aber auch regelmäßige Check-Ups beim Zahnarzt und die Versiegelung von feinen Rissen im Zahnschmelz mit Fluoridlacken haben ihrer Meinung nach viel gebracht.

Mehr Menschen leiden mittlerweile an Parodontitis

Heute sind es nicht mehr Zähne mit Karies, die die Zahnärzte am häufigsten sehen. Vielmehr entdecken sie oft gerötetes oder blutendes Zahnfleisch: Parodontitis führt zum Abbau des Kieferknochens, schlimmstenfalls fallen Zähne aus. Menschen jenseits der 35 verlieren durch Parodontitis mittlerweile mehr Zähne als durch Karies. In den vergangenen zehn Jahren erkrankten daran 30 Prozent mehr Erwachsene und Senioren als zuvor. Insgesamt leiden fast 40 Prozent der älteren Menschen an einer schweren Form der Parodontitis.

Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung, zwei- bis dreimal im Jahr, könnte das Problem nach Meinung vieler Fachleute verhindern. Allerdings übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht die Kosten dafür.

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