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WHO fürchtet explosionsartige Ausbreitung des Zika-Virus'

Die Weltgesundheitsorganisation hat wegen des grassierenden Zika-Virus ein Krisentreffen einberufen. In Brasilien gibt es Schätzungen zufolge bereits 1,5 Millionen Fälle – weitere werden erwartet.

  Das Zika-Virus soll bei ungeborenen Babys zu einer Missbildung des Schädels, einer sogenannten Mikrozephalie, führen.

Das Zika-Virus soll bei ungeborenen Babys zu einer Missbildung des Schädels, einer sogenannten Mikrozephalie, führen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will am Montag darüber entscheiden, ob wegen der Verbreitung des Zika-Virus in Lateinamerika ein weltweiter Gesundheitsnotfall ausgerufen werden muss. Das teilte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan mit. Dazu sei eine Dringlichkeitssitzung einberufen worden. Das Virus verbreite sich in einigen Gegenden beinahe explosionsartig, erklärte sie bei einer Sitzung des WHO-Exekutivrates in Genf.

Nach WHO-Angaben gibt es in Brasilien möglicherweise 1,5 Millionen Zika-Fälle. Ein Experte rechnet für Nord-, Mittel- und Südamerika mit insgesamt rund drei bis vier Millionen Fällen. Zugleich warnte die Organisation vor Panik. "Das ist nicht Ebola", sagte der zuständige Direktor und Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten, Marcos Espinal. Die Krankheit werde bekanntermaßen durch Mücken verbreitet. Der Kampf gegen die Überträger sei daher entscheidend, aber er sei auch mit üblichen Mitteln möglich. Brasilien habe dabei bereits gute Fortschritte gemacht.

Zika-Virus soll bei ungeborenen Kindern Missbildungen auslösen

Das vor allem für Schwangere gefährliche Zika-Virus grassiert derzeit vor allem in Südamerika. Inzwischen wurde es aber auch in mindestens sieben europäischen Ländern diagnostiziert. Sowohl aus Deutschland als auch aus der Schweiz wurden am Mittwoch je zwei Infektionsfälle bekannt, aus Dänemark einer.

Das Virus führt bei etwa 20 Prozent der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich. Allerdings soll der Erreger bei ungeborenen Kindern zu gefährlichen Fehlbildungen führen. Schwangere können das Virus offenbar auf ihre Kinder übertragen. Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen Zika und kein Medikament zur Behandlung Erkrankter. Nach Angaben der WHO gebe es aber "keinen Grund zur Panik".

ikr/DPA/AFP

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