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28. Juli 2009, 19:21 Uhr

Krankenkassen und Regierung streiten über Kosten

22,5 Millionen Deutsche sollen gegen Schweinegrippe geimpft werden - doch die Rechnung will niemand übernehmen. Die Krankenkassen sagen, sie müssten dafür Zusatzbeiträge erheben. Das Gesundheitsministerium hält dagegen: Das Geld der Kasse reiche ohne Probleme.

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Die Deutschen sollen gegen Schweinegrippe geimpft werden, doch die Kosten will keiner übernehmen© Ralf Hirschberger/DPA

Wenige Wochen vor der geplanten Massenimpfung gegen die Schweinegrippe streiten Bundesregierung und gesetzliche Krankenkassen über die Millionenkosten. Das Gesundheitsministerium wies am Dienstag Forderungen der Krankenkassen zurück, die die Impfung nicht allein zahlen wollen. Auch die Warnungen der Kassen vor Zusatzbeiträgen sind laut Ministerium haltlos.

"Der Spielraum der gesetzlichen Krankenversicherung ist aus unserer Sicht ausreichend groß", sagte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder in Berlin. Die Ersatzkassen hatten gewarnt, dass die Versicherten einen Großteil der rund 600 Millionen Euro für die erste Impfwelle über Zusatzbeiträge aufbringen müssten. Wenn alle Bundesbürger geimpft werden müssten, sind sogar rund zwei Milliarden Euro nötig, wie Schröder bekräftigte. Selbst dann reiche den Kassen das Geld, sagte Schröder. Zunächst ist vorgesehen, dass ab Herbst 22,5 Millionen Menschen geimpft werden, darunter Menschen mit chronischen Atemwegsleiden, Fettsüchtige, Schwangere sowie Mitarbeiter von Gesundheitsdienst und Feuerwehr.

Die gesetzlichen Krankenkassen forderten die Länder auf, einen Teil der Millionenkosten zu zahlen. "Wir erwarten (...), dass sich die Länder ihrer Verantwortung für die Gesundheit der Bevölkerung stellen, die auf Basis der Pandemiepläne eindeutig zuzuordnen ist", sagte die Chefin des Kassen-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer. Schröder entgegnete, seit der Gesundheitsreform 2007 zählten Impfungen zur Pflichtaufgabe der Kassen.

Mittlerweile stieg die Zahl der Schweinegrippefälle laut Schröder auf 3810 bundesweit. Davon hätten sich 879 Menschen in Deutschland infiziert. Der jüngste Anstieg ist laut Robert Koch-Institut hauptsächlich durch Reiserückkehrer verursacht worden, vor allem aus Spanien. Nach Auskunft der EU-Seuchenbehörde ECDC gibt es weltweit mehr als 160.000 registrierte Fälle, fast 1000 Menschen sind gestorben.

Impfstoff soll im Herbst kommen

Der Impfstoff werde für Ende September, Anfang Oktober erwartet, bekräftigte Schröder. Pfeiffer sagte, die Kassen würden sich an den Kosten "beteiligen". Schröder warnte, die Behandlungskosten lägen 50 Mal so hoch wie die Impfkosten. Die Kosten seien nicht im Gesundheitsfonds vorgesehen, erläuterte dagegen Pfeiffer. "Entziehen sich die Länder, die private Krankenversicherung und Beihilfeträger ihrer Verpflichtung, würde der Fonds entsprechend höher belastet und damit auch die Beitragszahler", sagte sie. Auch die Innungskrankenkassen (IKK) wehren sich gegen mögliche Belastungen durch die Impfung. Die private Krankenversicherung wird sich entsprechend ihrem Versicherungsanteil an der Finanzierung beteiligen, teilte ihr Verband mit.

Für Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) stehe der Schutz der Bevölkerung im Vordergrund, hielt eine Sprecherin den Forderungen entgegen. "Die Gesetzeslage ist eindeutig", sagte sie. Über die einschlägige Verordnung solle bis 12. August entschieden werden, sagte Schröder. Der Verordnungsentwurf sieht die Möglichkeit eines Fonds vor: "In jedem Land wird ein Fonds errichtet, an dem sich neben den gesetzlichen Krankenkassen auch die privaten Krankenversicherungsunternehmen und die Beihilfeträger beteiligen können." Die Impfungen sind freiwillig.

Jugend-Freizeiten finden trotz Schweinegrippe statt

Deutsche Veranstalter von Jugend-Freizeiten wollen angesichts der Schweingrippe vorerst keine größeren Aktionen absagen. Zum Bundeslager vom Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) im rheinland-pfälzischen Buhlenberg werden am Mittwoch rund 4000 Jugendliche erwartet. Das einwöchige Lager wird nach Veranstalterangaben ohnehin von einem guten Dutzend Ärzten betreut. Zudem werde ein Info-Flyer des Robert Koch-Instituts verteilt. Auch der Westbund des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) und das Kolpingwerk erwägen trotz der Schließung eines Feriencamps am Wochenende in Norwegen keine Absagen solcher Treffen. Das Kolpingwerk will im September eine Jugendwallfahrt in Köln veranstalten.

Der Frankfurter Flughafen hat die Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Schweinegrippe gelockert. Die Passagiere der betroffenen Maschinen müssen keine Aussteigerkarten mehr ausfüllen. Darauf mussten die Reisenden unter anderem ihren Aufenthaltsort der kommenden Tage eintragen, damit sie über später erkrankte Mitreisende informiert werden konnten. "Mittlerweile sitzt aber in vielen Flugzeugen ein Infizierter", sagte der Leiter der Abteilung Infektiologie beim Stadtgesundheitsamt in Frankfurt, René Gottschalk. Da wäre das Verfahren aufwendig. Den Passagieren werden die Symptome der Schweinegrippe im Flugzeug beschrieben, außerdem erhalten sie Broschüren über die Krankheit.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
bmpost (29.07.2009, 08:31 Uhr)
@babylon
Uiuiuiui, lassen Sie das aber nicht Ober-Chef-Blockwart DAS vegefranz hören. Der sieht sich nämlich traditonell stramm rechts wie so manch andere hier...
avald (29.07.2009, 08:27 Uhr)
@Juris1 Hahnebüchender Blödsinn
Tamiflu hat mit einer Impfung garnichts zu tun. Tamiflu bekämpft einen bereits vorhandenen Grippevirus, in dem es in den Verbreitungsmechanismus chemisch eingreift. Bei einer Grippeimpfung wird präventiv durch einen inaktivierten Virus das menschliche Imunsystem trainiert.
Ihre Behauptung entspricht der Forderung: Verkehrsunfälle sind teuer, wir sollten Verkehrsübungsplätze schließen.
babylon (29.07.2009, 07:45 Uhr)
@Tempelhofer
Sie haben Recht. Nur solche links gerichteten Beiträge werden geduldet, wie schwachsinnig diese auch immer sein mögen. Wenn aber die Wahrheit geschrieben wird, und diese nicht links angeordnet ist , wird der Beitrag gelöscht.Dieses Forum ist mittlerweile zu einer ultralinken Brutstätte verkommen.
Henning100 (29.07.2009, 07:41 Uhr)
Die Krankenkassen bitten zur Kasse.....
Wieso denn? Weltweit muss jeder seine Impfung selbst bezahlen. Warum nicht in D ?? Wenn jemand sich unbedingt gegen diesen Schwachsinn spritzen lassen will, dann soll er gefaelligst auch in die eigene Tasche greifen !!!
Juris1 (29.07.2009, 06:50 Uhr)
Grundsätzlich keine Impfung empfohlen
Die wirksamsten Mittel gegen eine Pandemie können durch umfassende und unkontrollierte Anwendung unwirksam werden, warnen schwedische Forscher. Wenn ein großer Teil der Bevölkerung das Grippemittel Tamiflu einnehme, führe dies dazu, dass messbare Spuren dieses Arzneimittels über die Kanalisation in die Gewässer gelangten.
Diese Gewässer können demnach einen so hohen Gehalt von wirksamen Tamiflu-Bestandteilen aufweisen, dass bei Vögeln, die dieses Wasser trinken, eine Tamiflu-Resistenz entsteht. Die Folge: Es droht ein gegen Tamiflu resistenter Virusstamm zu entstehen, der auch auf Menschen übertragen werden kann.
Nur in Einzelfällen ist eine Impfung sinnvoll! Da braucht man auch nicht über die Kosten zu diskutieren.
Tempelhofer (29.07.2009, 06:18 Uhr)
@ Stern-Admins
Es reicht nicht nur aus, die regelmäßigen Krawallbeiträge von "gmathol" und einigen anderen zu löschen, sie müssen hier Ihrer moralischen und rechtlichen Verantwortung als Forums-Leitung endlich auch mal gerecht werden, und durchgreifen. Sie hätten schon lange einen "gmathol" hier wegen dauerhafter, systematischer und bösartiger Verstöße gegen die Netiquette endlich sperren müssen.
Sie tauchen einfach ab und lassen die Dinge treiben.
gmathol (29.07.2009, 00:10 Uhr)
Massenimpfungen?
Wer so bloed ist sich mit diesem Ami erzeugten Virus auch noch durch diese Impfung infizieren zu lassen dem ist nicht mehr zu helfen.
Die Bundeswehr/Luftwaffe sollte besser die US Terrorbuden in Deutschland angreifen und ausmerzen.
Aquarius2 (28.07.2009, 22:08 Uhr)
Die Regierung braucht das Geld,
denn noch immer kann die gehältschelte Klientel nicht mit richtig hohen Gewinnen spekulieren. Da muss geholfen werden. Schnell und unkompliziert benötigen Spekulanten und Finanzhasardeure sicher nochmals Milliarden.
Dieser ganze Sozial- und Gesundheitsquatsch stört da nur und engt die Handlungsspielräume unserer gewählten Politiker ein.
Was ja schon seit 20 Jahren nicht mehr notwendig ist.
Oder müssen wir heute noch immer Sozialismus oder Kommunismus im Sozialwesen ausstechen?
Na also!
AST61 (28.07.2009, 21:48 Uhr)
@Corazito3333
ich befürchte eher, das Gegenteil ist der Fall.
Googelt mal alle nach den Begriffen "Jane Bürgermeister" und "Schweinegrippe"
onkel.erwin (28.07.2009, 21:36 Uhr)
Wer das bezahlt? Ganz klar: der Bürger.
Die Prävalenz der Schweinegrippe (Wahrscheinlichkeit, zu erkranken) liegt derzeit für jedermann bei 0,005 %. Die Letalität (Wahrscheinlichkeit, bei einer Erkrankung zu sterben) liegt bei 0,00006 %. Eine allgemeine Impfung kann man unter medizinischen und auch gesundheitspolitischen Aspekten gelinde gesagt nur als groben Unfug bezeichnen. Unter finanziellen Aspekten ist es aber bei der jetzigen Wirtschaftslage ein Verbrechen. Die 600 Millionen zahlt der Bürger auf jeden Fall, sei es als Krankenkassenbeitrag, sei als Zusatzforderung, sei es als Steuerbetrag. Wie weit geht die Verantwortungslosigkeit der Schwarz-Roten Ausbeuterclique eigentlich noch?
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