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17. Juli 2009, 14:35 Uhr

Todesfall besorgt Urlauber und Behörden

Wie gefährlich ist das Schweinegrippe-Virus auf Mallorca? Die spanischen Gesundheitsbehörden machen sich nach dem Tod einer Urlauberin große Sorgen. "Sie war eine junge, gesunde Frau", erklärte Ministerin Jiménez. Das Virus sei in dem Fall ungewöhnlich aggressiv gewesen. In Deutschland häufen sich derweil H1N1-Infektionen bei Spanien-Heimkehrern.

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"Wir sind sehr beunruhigt": Spaniens Gesundheitsministerin Trinidad Jiménez© Chema Moya/DPA

Der Tod einer Nigerianerin durch die Schweinegrippe auf der Ferieninsel Mallorca bereitet den spanischen Behörden große Sorgen. Bei der jungen Frau sei das H1N1-Virus außergewöhnlich aggressiv gewesen, sagte Gesundheitsministerin Trinidad Jiménez am Freitag in Madrid. "Wir sind sehr beunruhigt, denn bei bisherigen schweren Fällen war die Infektion durch andere zusätzliche Krankheiten verschlimmert worden." Dies traf bei der Nigerianerin nach jetzigem Kenntnisstand aber nicht zu. "Sie war eine junge und gesunde Frau", erklärte Jiménez. Ihr Tod sei deshalb als außergewöhnlicher Fall der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet worden.

Das Gesundheitsministerium hatte das Alter des Opfers am Donnerstag mit 33 Jahren angegeben. Nach Berichten mallorquinischer Medien könnte die Frau aber auch weitaus jünger gewesen sein, da sie möglicherweise mit der Versichertenkarte einer anderen Person zum Arzt gegangen sei. Ihre Verwandten konnten bislang nicht ermittelt werden.

Schulklassen besonders betroffen

Die Nigerianerin ist das erste Todesopfer der Schweinegrippe auf Mallorca. Die aus Madrid kommende Frau hatte einige Tage Urlaub bei einer Freundin auf der Insel verbracht. Am vergangenen Wochenende war sie mit Atembeschwerden und Fieber in ein Krankenhaus der Hauptstadt Palma eingewiesen worden, wo sie am Donnerstag starb. Nach der Infektion mit dem H1N1-Virus habe sie eine Lungenentzündung erlitten, hieß es. Ob sich die Frau auf Mallorca oder aber auf dem Festland angesteckt hat, ist bislang unklar.

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin sieht derzeit eine Häufung der neuen Fälle insbesondere bei deutschen Schulklassen, die sich in Spanien aufgehalten haben. Insgesamt sind laut RKI in Deutschland 834 Schweinegrippefälle gemeldet. Von den 71 neuen Fällen dieser Woche haben sich 57 Infizierte auf Reisen angesteckt. Behörden von acht Bundesländern registrierten seit Anfang Juli rund 20 Erkrankte, die zuvor auf Mallorca gewesen waren.

Mallorcas Behörden wiegeln ab

Das Gesundheitsministerium in Kiel bestätigte am Freitag 52 Fälle von Schweinegrippe in Schleswig-Holstein. Die deutliche Zunahme - in der vergangenen Woche waren es noch 30 Fälle - gehe auf mehrere Reisegruppen von Abiturienten zurück, die auf Abschlussfahrten in Spanien waren.

Die Behörden Mallorcas wiegeln jedoch ab. Das H1N1-Virus zirkuliere inzwischen weltweit, sagte eine Sprecherin des balearischen Gesundheitsministeriums. "Es handelt sich um eine Pandemie. Es kann daher nicht behauptet werden, dass sich die Urlauber auf Mallorca angesteckt haben", fügte sie mit Blick auf die mehrtägige Inkubationszeit hinzu. "Sie können sich ebenso gut in Düsseldorf, Berlin oder Großbritannien infiziert haben."

Das Auswärtige Amt hat für Spanien-Rückkehrer noch keine besonderen Informationen herausgegeben, weist auf Hygienemaßnahmen hin, die das Übertragungsrisiko mindern. Dazu gehören: regelmäßiges Händewaschen, Menschenansammlungen und Kontakt zu Kranken vermeiden.

Nach Aussage der Deutschen Nationalakademie kann der Schweinegrippe-Erreger noch gefährlicher für den Menschen werden als er derzeit ist. "Das Virus scheint sein Potenzial, was Gefährlichkeit und Anpassung an den Menschen angeht, noch nicht voll ausgeschöpft zu haben", sagte der Marburger Virologie-Professor Hans-Dieter Klenk.

In Spanien war am Donnerstag neben der Nigerianerin auch ein 71-Jähriger in einem Krankenhaus in Madrid an der Schweinegrippe gestorben. Der Mann litt schon zuvor an einer Atemwegserkrankung. Die Zahl der Schweinegrippe-Toten in Spanien stieg damit auf vier. Landesweit sind bislang rund 1200 Fälle bestätigt worden, zwölf davon auf Mallorca und den übrigen Balearen-Inseln.

DPA
 
 
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