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6. August 2009, 13:56 Uhr

Experten befürchten bald Todesfälle

Gesundheitsexperten befürchten, dass sich die Schweinegrippe im Herbst und Winter in Deutschland massiv ausbreitet. Sie rechnen mit mehr schweren Krankheitsfällen und auch mit ersten Todesopfern. Derweil läuft der Streit über die Impfkosten: Die Krankenkassen kassierten eine Abfuhr vom Gesundheitsministerium.

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Mundschutz gegen Ansteckung: Experten rechnen mit einer massiven Ausbreitung der Schweinegrippe und befürchten Todesfälle© Maurizio Gambarini/DPA

Für den Herbst ist mit deutlich mehr Schweinegrippe-Erkrankungen und schwereren Verläufen als bisher zu rechnen. Das gab das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bekannt, das für die Impfstoffe zuständig ist. Todesfälle seien dann auch in Deutschland möglich, sagte PEI-Präsident Johannes Löwer in Berlin. Die ersten Risiko-Gruppen könnten jedoch bereits im September gegen die neue Grippe geimpft werden, ergänzte er. Sinnvoll sei nach dem Vorschlag der Weltgesundheitsorganisation zuerst medizinisches Personal und dann chronisch Kranke und Schwangere zu impfen.

Der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Klaus Theo Schröder, hat unterdessen die Forderung der Krankenkassen nach Beitragserhöhungen wegen der Schweinegrippe-Impfung zurückgewiesen. "Die Impfung ist eine Pflichtaufgabe der Kassen", sagte Schröder, "der Ruf nach Beitragserhöhungen ist völlig unangemessen." Es sei auch nicht richtig vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung GKV, in dieser Situation die Finanzfrage nach vorne zu stellen. "

Grippe-Pandemie könnte Wirtschaft bedrohen

Nicht nur die Impfkosten werden erhebliche Kosten verursachen. Eine Grippe-Pandemie könnte in Deutschland große wirtschaftliche Schäden anrichten. Schätzungen von Experten gehen von einem Einbruch des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von knapp einem bis zu dreieinhalb Prozent aus.

Bei einer mittelschweren Pandemie mit 100.000 Toten und 300.000 zusätzlichen Erkrankten in den Kliniken rechnet das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) mit einem Schaden von 25 Milliarden bis 75 Milliarden Euro. Das Virus würde die Wirtschaft an zahlreichen Stellen treffen: Die Kranken fehlen bei der Arbeit, die Geschäfte sind leer, weil sich viele Menschen nicht mehr aus dem Haus trauen, der Tourismus bricht ein. Hinzu kommen Gesundheits-Ausgaben. So schlägt eine Impfung der gesamten Bevölkerung mit rund zwei Milliarden Euro zu Buche.

DPA/Reuters/AP
 
 
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