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23. Juli 2009, 13:51 Uhr

Zahl der Infizierten steigt rasant

Die Schweingrippe breitet sich auch in Deutschland immer schneller aus: Von einem Tag auf den anderen ist die Zahl der neuen H1N1-Infektionen um 637 Fälle und damit um etwa ein Fünftel gestiegen, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Die meisten Infizierten sind Rückkehrer aus dem Urlaub. Einen Grund, den Urlaub nach Spanien zu stornieren, gibt es allerdings nicht.

Schweinegrippe, H1N1, Spanien, Mallorca, Robert Koch-Institut

Urlauber müssen nicht auf ihre Reise verzichten - wenn sie ein paar Dinge beachten© Roland Weihrauch/DPA

Die Zahl der Schweinegrippe-Fälle steigt auch in Deutschland rasant: Von einem Tag auf den anderen ging die Anzahl der neuen Infektionen um 637 Fälle hoch. Das bedeutet einen Anstieg um ein Fünftel, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) heute in Berlin mitteilte. Der Anstieg am Tag zuvor war mit 263 nur etwa halb so groß gewesen. Insgesamt sind nun 2.455 Fälle der Schweinegrippe in der Bundesrepublik registriert. Am 15. Juli, vor gut einer Woche, waren deutschlandweit nur 834 Fälle bekannt.

Viele Urlauber aus Spanien betroffen

Der Anstieg wird dem Robert Koch-Institut zufolge hauptsächlich durch Reiserückkehrer aus Spanien verursacht. Experten sehen dies vor allem im Verhalten jüngerer Urlauber beispielsweise auf Mallorca begründet - wie etwa der gemeinsamen Nutzung von Trinkgefäßen, intimen Urlaubsflirts sowie dicht gedrängtem Feiern und Sonnen. "Generell gilt: Viele Menschen auf engem Raum sind immer eine Möglichkeit, sich anzustecken", sagt Jörg Hacker, Präsident des RKI. Dieter Häussinger von der Düsseldorfer Universitätsklinik hatte bereits darauf hingewiesen, dass Sonnenbrand und Alkohol die Immunabwehr schwächen.

Ist das Virus deshalb außer Kontrolle? Wohl kaum, vielmehr entdeckt man auch hierzulande, was das Wort Pandemie bedeutet: Eine Krankheit, die das ganze Volk betrifft. Genau darauf bereiten sich die zuständigen Stellen seit Monaten vor. Nun passiert das, was viele erwartet haben. "Ich vermute, dass im Herbst die Zahl der Infektionen weiter ansteigt", sagt auch Bernhard Fleischer vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. "Das Virus breitet sich so gut aus, da noch keine Immunität dagegen vorhanden ist."

Panik ist Fleischer zufolge dennoch unangebracht. "Die Schweinegrippe ist eine moderate Pandemie. In der Form, in der das Virus im Moment kursiert, ist es schwächer als das der saisonalen Grippe", sagt er. In Deutschland gibt es noch keine Todesfälle. Zum Vergleich: An der normalen Grippe sterben in Deutschland laut RKI jährlich 8000 bis 11.000 Menschen.

Bisher verlaufen die Schweinegrippe-Infektionen zudem zumeist leicht und werden mit antiviralen Mitteln wie Tamiflu behandelt. Resistenzen treten in so geringem Umfang auf, dass sie keinen Grund zu Besorgnis darstellen. Um die Epidemie letztlich in den Griff zu bekommen, setzt die Regierung auf eine Impfung von zunächst 22,5 Millionen Menschen. Vorher muss aber ein Impfstoff entwickelt werden, der frühestens Ende September zur Verfügung stehen soll. Dass dieser womöglich wirkungslos werden könnte, da sich das Virus ändert, ist kaum zu erwarten. Nach Einschätzung des RKI muss allerdings mit weiteren Erkrankungen und auch mit schweren Verläufen gerechnet werden. Stornierungen sind nicht möglich Dennoch ist die Schweinegrippe derzeit kein Grund auf Urlaubsreisen zu verzichten - zumindest von offizieller Seite. Das Auswärtige Amt hat keine Reisewarnungen für beispielsweise Spanien ausgesprochen. Als die Grippe in Mexiko ausbrach, warnte die Behörde zumindest, dass unnötige Reisen in das Land verschoben werden sollten. Auch jetzt heißt es: "Reisende sollten selbst entscheiden, ob es notwendig ist, Länder zu besuchen, in denen die Influenza A/H1N1 ("Schweinegrippe") vorkommt, und sollten den Grundsatz der Eigenvorsorge beachten, der dem Pandemieplan zugrunde liegt."

Stornierungen mit der Begründung "Schweinegrippe" werden daher nicht möglich sein. Beim Ausbruch der Grippe hatten mehrere Reiseveranstalter ihre Mexikoreisen verlegt und den Urlaubern die Möglichkeit gegeben, kostenlos umzubuchen oder zu stornieren. Da die Krankheit nun nicht mehr auf ein Land beschränkt ist, kann man keinen konkreten Ansteckungsherd ausmachen. Die Gefahr einer Ansteckung sei beim Aufenthalt in Urlaubsländern nicht höher oder anders zu bewerten als in Deutschland, so die übereinstimmende Einschätzung medizinischer Einrichtungen, wie etwa dem Centrum für Reisemedizin (CRM) und der Weltgesundheitsorganisation WHO. "Es handelt sich vielmehr um ein globales Phänomen, da eine Ansteckung überall auf der Welt möglich ist", betont auch Klaus Laepple, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV).

Verständlich, dass die Tourismusbranche mitten in der Hauptreisezeit Urlauber nicht verschrecken möchte. Die Urlaubsbuchungen lagen lange hinter den Vorjahreszahlen zurück, spontan verreisen viele Deutsche nun doch noch. Fluglinien und Reiseveranstalter geben sich gut vorbereitet. "Wir halten die Vorschriften des Gesundheitsministeriums ein, das Personal ist entsprechend geschult", so eine Sprecherin von Air Berlin. Sollten während eines Fluges Symptome bei einem Passagier auftauchen, informiert der Pilot die deutschen Behörden.

Die Weltgesundheitsorganisation rät nicht von Reisen ab - jedoch mit der Begründung, dass die weltweite Ausbreitung so auch nicht zu stoppen wäre. Zu den Ansteckungsrisiken in einzelnen Ländern äußert sich die WHO nicht, weist aber auf Vorsichtsmaßnahmen hin, wie man sich auch im Urlaub schützen kann: Regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife zu waschen, engen Kontakt mit Kranken sowie Menschenansammlungen zu meiden und "hygienisch" in den Ärmel zu husten, um die Hände nicht zu kontaminieren.

Übliche Hygienemaßnahmen reichen aus

"Es sollten die üblichen Hygienemaßnahmen angewendet werden, zudem stehen Medikamente für schwerere Fälle zur Verfügung", sagt auch Fleischer. Ein sehr wichtiger Punkt sei auch, sich im Urlaub rasch freiwillig zurückzuziehen und einen Arzt aufzusuchen, wenn man bei sich selbst Symptome bemerke, betonte der RKI-Präsident. Nur so sei es möglich, die Erkrankungswelle einzudämmen.

Vom Verhalten der Menschen hänge ab, wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickle. Griffen die Warnungen nicht, seien - gerade mit Blick auf die anstehende Rückreisewelle - weiter rasch steigende Zahlen möglich. "Wenn die Fallzahlen sich erhöhen, werden wir auch schwere Verläufe bekommen", warnte Hacker. Noch seien in Deutschland ausschließlich mild verlaufende Erkrankungen erfasst. "Wir sehen es generell so, dass die Erhöhung Besorgnis bei uns auslöst, aber keinen Grund zur Panik darstellt."

Behörden und Unternehmen seien aber gut beraten, eigene Pandemie- Pläne auszuarbeiten und umzusetzen. "So einen Plan gibt es auch beim RKI", sagte Hacker. Darin stünden etwa Vorsichtsmaßnahmen und Regeln, was beim Ausfall von Mitarbeitern zu tun sei. Generell gelte für Arbeitnehmer, dass sie besser erst mal zu Hause bleiben, wenn sie sich mit Schweinegrippe angesteckt haben könnten. In so einem Fall solle man sich auch besser nicht ins Wartezimmer eines Arztes setzen, sondern diesen vorab telefonisch informieren, riet Hacker.

swd/lea/AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
Datenaktuell (24.07.2009, 11:42 Uhr)
Ansteckung per Dummheit in Spanien
Man sieht wie dämlich der normale moderne Mensch ist. Keinerlei Gespür mehr für Gefahren oder logisches Versändnis für Maßnahmen.
In Mexiko schloß man vor Monaten Discos etc. und gab Mundschutz aus. Bei uns zählt man nur die Infizierten.
Dabei steigt mit jeder Infektion das tödliche Mutationsrisiko an.
Dämliche Bürger treffen auf großes Fachwissen, das sie weder wissen noch anwenden wollen.
Dazu natürlich noch die Esotheriker die sich austoben wollen- wie hier im Forum.
Sternchen2020 (24.07.2009, 09:39 Uhr)
Pharma
Hier wird im ganz großen Stil die Pharma-Lobby gehätschelt. Unglaublich, wirklich, und alle machen brav mit.
vsspanien (24.07.2009, 01:56 Uhr)
Schweinegrippe bei Reiserückkehrern
Spanien meldet am 23.7 1538 Erkrankungen, die Balearen 46. Da müssen die mehrere hundert Urlauber die auf Mallorca erkrankt sind wohl schon krank in Urlaub geflogen sein. Geht auch nicht, wegen der Inkubationszeit. Bisher diskutiert niemand die klaffenden Veröffentlichungen der Zahlen. Sind hier möglicherweise Wirtschaftsinteressen der spanischen Touristikindustrie der Grund? Der Verbraucherschutz Spanien veröffentlicht täglich aktuell die neuesten Zahlen unter http://www.vsspanien.de/vs-meldung.html und gibt Ratschläge zur Vermeidung einer Ansteckung http://www.vsspanien.de/_gesundheit/grippe.htm Alle die jetzt noch in Urlaub fahren sollten sich mit den neuesten Informationen zur Schweinegrippe vertraut machen und persönliche Vorsorge betreiben.
Der Verbraucherschutz Spanien www.vsspanien.de
Kasperltheater (23.07.2009, 22:25 Uhr)
Zwangsimpfungen....
wird es erst dann geben, wenn der Virus eine ernstzunehmende Gefahr für das System darstellen wird. Von diesem Szenario sind wir tatsächlich nur eine bestimmte Anzahl an Mutationen entfernt und der Fähigkeit des Virus diese über Tröpfcheninfektion zu verteilen. Und der Impfstoff der derzeit entwickelt wird schützt vor einer gewissen Varianz innerhalb des Erbgutes. Aber keiner kann sagen, dass der Virus sich bei KOntakt mit verwandten Viren durch die enorme Erbgutveränderung innerhalb der Wirte nicht grundsätzlich ändert und ausserhalb des Spektrums des Impfstoffes wandert. Während man bei den angesprochenen Viren wie Kinderlähmung etc. einen relativ stabilen Virus vor Augen hat...handelt es sich bei dem Schweinegrippe Virus um einen sich gerade an eine andere Spezies anpassenden Virus. Der Virus scheint bei bestimmten Indikatoren hoch aggressiv zu reagieren. Ist im allgemeinen jedoch harmlos. Was also sind diese Indikatoren? Hand hoch...wer weiss es? Vermutlich ist der Virus teilweise in der Lage innerhalb des Wirtes zu mutieren...er lernt....aber er kann diese Information noch nicht weitergeben...die mutierten Stämme scheinen nicht übertragbar. Sollte sich dies ändern, werden Millionen sterben....Das Problem wird sein, dass der Impfstoff vielleicht nicht gegen den neuen Subtyp helfen wird. Es hängt davon ab, ob der neue Virus auch seine Proteinhülle ändert. Warum wohl werden jedes Jahr neue Impfstoffe für die verschiedenen Virenstämme der Wintergrippe produziert? Weil die Pharmaindustrie Geld verdienen will? Ja...das auch...zugegeben..aber nicht nur. Es handelt sich um Variationen mehrerer Subtypen. Ich jedenfalls harre der Dinge und warte ab....mehr kann man nicht tun. Doch...ein Bierchen trinken wäre noch eine Dreingabe;)Und vielleicht mal drüber nachdenken was man tun würde, wenn man nicht Geisel des Konsums wäre..nur mal so als Tip.
facilidad_de_ser (23.07.2009, 20:45 Uhr)
Klar,...
... jetzt sagen alle sie würden sich, im Falle einer Zwangsimpfung, wehren.
Wenns dann so weit ist sieht die Sache garantiert ganz anders aus.
Wenn alle aus Protest keine Zeitungen mehr kaufen würden, in denen über diese Stuss-Grippe berichtet wird, wäre das Thema ganz schnell vom Tisch. Es liegt in Eurer Hand.
ischimsandalfon (23.07.2009, 19:27 Uhr)
Welch eine Unverfrorenheit!
Es ist wirklich unglaublich, mit welcher Unvefrorenheit die Pharmariesen und Konsorten wieder einmal das "Virus" Angst unter das gemeine Volk zu bringen versuchen. Bleibt nur zu hoffen, dass immer mehr Menschen aufwachen und diesen himmelschreienden Blödsinn nicht mehr mitmachen, sprich sich nicht impfen lassen. Sollen die doch auf ihren millionenfachen Impfdosen sitzenbleiben. Wenn man mal weiß, welch ein Schwindel mit den Impfungen betrieben wird, kann man es kaum mehr aushalten all den Schwachsinn zu lesen.
AtticusFinch (23.07.2009, 18:03 Uhr)
Herr, lass Hirn vom Himmel fallen
wenn ich den Schwachsinn einiger Poster hier lese.
Impfung ist ja so böse, dient nur der Rendite der noch viel böseren Medizinkonzerne. Die Pocken ausgerottet, die Kinderlähmung zurückgedrängt etc. Es gibt keine Antibiotika gegen Viren, d.h. Impfen (sprich Hilfe zur Selbsthilfe) ist der einzige mögliche realistische Schutz. Selbstverständlich zeigen eine Handvoll Leute Nebenwirkungen, aber deswegen das System in Frage stellen ist ja wohl arg übertrieben.
Die Entwicklung und ständige Anpassung der Impfstoffe geschieht auch nicht gerade für Lau und kostet Geld. Das soll dann auch schon irgendwie wieder reingeholt werden.
Inwieweit die derzeitige Grippe gefährlich wird bleibt abzuwarten. Die Mortalität ist jedenfalls verschwindend gering. Das war allerdings 1918/1919 ähnlich. Die Panikmache der Medien finde ich allerdings auch übertrieben, bei soetwas leidet immer zuerst die Vernunft. wie man hier im Forum ja sieht.
eric111 (23.07.2009, 16:48 Uhr)
spanien = risiko?
Also mal vorweg: in Deutschland gibt es mehr an Schweinegrippe erkrankte als in Spanien und das auch wenn man Mallorca zu Spanien zählt ;-) Dort treffen englische Urlauber auf deutsche, es wird gemeinsam aus Kübeln gesoffen, quer Beet gevö**lt und hinterher wundert man sich. Gut, es sollen auch Schulklassen infektziert sein, doch bezweifle ich, dass diese Kontakt mit Spaniern hatten.
x-cube (23.07.2009, 16:20 Uhr)
Maßlose Übertreibung im Sinne der Pharmakonzerne
„Kein Grund zur Besorgnis“, sagt der sichtlich ruhige Gesundheitsminister von Luxemburg. Er sagt auch es sei eine ganz "normale Grippe".
Quelle:
http://www.wort.lu/wort/web/letzebuerg/artikel/33020/wie-eine-normale-grippe.php
.
Bald gibt es bestimmt Zwangsimpfungen sponsored by Steuerzahler. Ich werde mich mit aller Macht wehren. Ich lasse mich nicht mit einem schnell zusammengespanschten und überteuerten Impfstoff vergiften.
REINI2 (23.07.2009, 15:53 Uhr)
Auch hier geht es NUR ums Geld!
Bild ist immer dabei wenn Panik gemacht wird!
„Virus außer Kontrolle“ meinen die. Ich würde mal sagen... dass Sommerloch ist da!
Früher sagte man „Sommergrippe“ heute wird man zum Isolationsfall.
Fieber, Halsweh, Husten und eine „laufende“ Nase..... wer kennt das nicht? Nur... diesmal hat man ein Virus gefunden.... dass man bekämpfen kann.
Ran an die Spritzen und durch geladen!
Die Pharma-Industrie reibt sich die Hände!
Dabei gibt es einfache Mittel, die genau so helfen:
-
Alle zwei Stunden HÄNDE WASCHEN! Das hört sich banal an.... hilft aber IMMER!
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Nicht jedem die Hände schütteln , oder abküssen
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Möglichst große Menschenmassen meiden.....
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ach ja, und vielleicht sollte man dem Hundt mal sagen, dass es eben nicht besser ist KRANK ins Geschäft zu gehen!
So schädigt man seinen Arbeitgeber nämlich am meisten! Alle anstecken.... die eigene Arbeit ist meistens MURKS.... und der Arbeitgeber wundert sich, dass die Mannschaft immer kränker wird! Hauptsache die Statistik wird immer besser.
Armes Deutschland! :-(((
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