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7. August 2009, 16:32 Uhr

Schnelltests werden weitgehend abgeschafft

Zu unsicher, zu fehlerhaft: Weil sie in fast jedem zweiten Fall falsche Ergebnisse liefern, werden die Schnelltests zur Schweinegrippe künftig nur noch in Ausnahmefällen angewendet. Stattdessen sollen Risikopatienten DNA-Tests von den Kassen bezahlt bekommen.

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Risikopatienten sollen künftig bei Verdacht auf Schweinegrippe per DNA-Test überprüft werden© Nigel Treblin/DDP

Wegen mangelnder Zuverlässigkeit wird der Schnelltest zur Schweinegrippe künftig nur noch in Ausnahmefällen genutzt. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) am Freitag in Berlin geeinigt. Stattdessen sollen Risikopatienten sogenannte PCR-Tests von den Kassen bezahlt bekommen, wenn bei ihnen ein konkreter Verdacht auf Schweinegrippe besteht. Mit diesen DNA-Tests lässt sich die Viruskrankheit sicher nachweisen.

Die Schnelltests für Schweinegrippe waren am Donnerstag in die Kritik geraten. So hatte etwa der Leiter der Virologie der Medizinischen Hochschule Hannover, Thomas Schulz, die Tests als äußerst unzuverlässig eingestuft. Die angezeigten Ergebnisse - ob positiv oder negativ - seien in vielen Fällen falsch. "Die gegenwärtig zur Verfügung stehenden Schnelltests zeigen zu mehr als 50 Prozent ein falsch negatives Ergebnis an", sagte er. Zudem seien knapp 50 Prozent der positiv angezeigten Ergebnisse ebenfalls falsch.

Unterdessen warnen die Städte und Gemeinden vor einem drohenden Chaos bei der geplanten Massenimpfung gegen die Grippe. Es müsse nun sofort geklärt werden, wer im Herbst eine freiwillige Schutzimpfung erhalten kann, wie der öffentliche Gesundheitsdienst eingebunden wird und wer die Kosten trägt, forderte der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Städtebund-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte, der vom Gesundheitsministerium vorgelegte Verordnungsentwurf schaffe keine ausreichende Klarheit. Insbesondere die Rolle des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) und die der Kommunen sei noch ungewiss. Der Verordnungsentwurf schreibe dem öffentlichen Gesundheitsdienst zwar eine koordinierende Funktion zu, beschreibe aber nicht näher, was damit gemeint sei und wie die Kostenfrage geklärt werden soll.

Beitragserhöhungen Gift für Arbeitsplätze

Was die Kosten angeht, rücken die ersten Krankenkassen bereits von der Drohung ab, die geplante Massenimpfung durch Beitragerhöhungen zu finanzieren. Eine Sprecherin der KKH-Allianz sagte der "Bild"-Zeitung, eine Beitragsanhebung sei zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen. Ein Sprecher der Gmünder Ersatzkasse erklärte demnach ebenfalls, bis Jahresende würden die Beiträge auf keinen Fall erhöht. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte, die Kosten von 500 Millionen Euro könnten problemlos aus den normalen Einnahmen finanziert werden.

DPA/AP
 
 
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