Die USA sagt der Schweinegrippe den Kampf an. Bestimmte Risikogruppen sollen im Herbst in Amerika gegen das H1N1-Virus geimpft werden. Dafür sind mehrere Milliarden Dollar bewilligt. In Deutschland will die Bundesregierung nächste Woche über eine Impfempfehlung entscheiden.

Bis Mitte Oktober sollen in den USA 100 Millionen Dosen des Impfstoffes zur Verfügung stehen© Patrick Sinkel/DDP
Die USA planen im Herbst eine Massenimpfung gegen die Schweinegrippe. Nach Planungen der Gesundheitsbehörden sollten bis Mitte Oktober 100 Millionen Einheiten eines Impfstoffs zur Verfügung stehen. Die Impfaktion solle sich auf Schulkinder, Schwangere sowie chronisch Kranke und Krankenhaus- Beschäftigte konzentrieren, die als besonders gefährdet durch das H1N1-Virus gelten. Der US-Kongress hat bereits eine Milliarde Dollar (720 Millionen Euro) für die Impfstoffbestandteile bewilligt, weitere 7,5 Milliarden stehen für Erprobung, Kauf und Verteilung der Impfdosen bereit.
Bislang seien Schätzungen zufolge eine Million Amerikaner an Schweinegrippe erkrankt, 170 seien gestorben, berichtete die "Washington Post" am Freitag. Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind bislang rund 35.000 Erkrankungen in den USA registriert, Mediziner gehen aber von einer sehr großen Dunkelziffer weltweit aus.
Vor einem Beginn der Massenimpfungen müsse jedoch zunächst garantiert werden, dass der Impfstoff sicher und effektiv sei. Entsprechende Tests seien für August geplant, berichtete die "New York Times". Da es aber vermutlich nicht genügend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung gebe, müsse man sich zunächst auf Risikogruppen beschränken. Zugleich bekräftigten die Experten, es gebe bisher keine Hinweise, dass das Virus mutiert sei und für den Menschen gefährlicher werde.
In Deutschland wird noch über eine Impfempfehlung diskutiert. "Wir müssen entscheiden, wer zu den Risikogruppen gehört", sagte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) dem Hörfunksender Hit-Radio Antenne Niedersachsen aus Hannover. "Das sind sicher die Beschäftigten im Gesundheitswesen, das sind auch junge Menschen mit Grunderkrankungen." Für diese Gruppen solle eine Impfempfehlung ausgesprochen werden. Der SPD-Politikerin zufolge reichen die Bestell-Optionen aus, um jeden Deutschen zweimal zu impfen. Zum Schutz vor der Erkrankung sind nach Darstellung des Paul-Ehrlich-Instituts zwei Impfungen nötig, weil es sich um einen ganz neuen Virustyp handelt.
Die Schweinegrippe ist inzwischen in allen Bundesländern in Deutschland angekommen. Am Donnerstag wurde der erste Fall einer Ansteckung mit dem Schweinegrippe-Virus im Saarland gemeldet. Deutschlandweit sind dem Robert Koch-Institut zufolge 691 Infektionen bestätigt.