Die typischen Beschwerden der Grippe geben dem Arzt erste Hinweise darauf, ob es sich um eine banale Erkältung oder um eine echte Influenza handelt. Doch anhand der Symptome allein kann er die Diagnose nicht stellen. Fegt gerade eine Grippewelle durchs Land, ist dies nur ein weiterer Hinweis für ihn. Sicher kann der Arzt erst nach einer Untersuchung sein. Denn es gibt noch einige Erreger, die ähnliche Symptome hervorrufen können. Meist reicht für die Diagnose eine allgemeine körperliche Untersuchung aus.
Hat der Arzt jedoch den Verdacht, dass Sie an einer Lungenentzündung leiden oder an einer Infektion mit Bakterien, wird er weitere Untersuchungen veranlassen. Das kann zum Beispiel eine Röntgenaufnahme der Lunge oder auch eine Blutanalyse sein. Mit der Blutuntersuchung lässt sich feststellen, ob es Viren oder Bakterien sind, die Sie plagen.
Der Arzt kann auch etwas Sekret aus dem Rachen entnehmen. Ein Labor kann diesen Abstrich anschließend auf sogenannte Antigene untersuchen. Das sind Viruspartikel. Mit Schnelltests lässt sich feststellen, welcher Virentyp in den Schleimhäuten wütet. Solche Tests funktionieren aber nur bis zu zwei Tagen nach der Infektion.
Liegt die Ansteckung schon länger zurück, können die Erreger aus dem Rachenschleim in einer Laborschale oder in einem Hühnerei vervielfältigt werden. Die anschließende Analyse gibt Auskunft darüber, um welchen Keim es sich handelt. Dieser direkte Virusnachweis ist keine Routineuntersuchung. Er dauert oft mehrere Tage und erfordert ein spezialisiertes Labor.
Mittlerweile werden für einen Virennachweis auch gentechnische Methoden benutzt. Ein spezielles Verfahren, die so genannte Polymerase-Kettenreaktion, vervielfältigt das Genmaterial der Erreger. Die Genschnipsel können anschließend analysiert werden, sie geben Auskunft über den genauen Virentyp.
Eine weitere Möglichkeit, dem Übel auf die Schliche zu kommen, ist der so genannte Antikörper-Nachweis. Antikörper sind Substanzen, die das Immunsystem gebildet hat, eine spezielle Antwort auf bestimmte Erregerklassen. Antikörper können im Blut nachgewiesen werden, am besten zwischen der ersten und zweiten Krankheitswoche.