Betreiber von Sonnenstudios müssen sich wohl künftig einen Ausweis von Bräunungswilligen vorlegen lassen: Denn Jugendliche haben dort nichts mehr verloren. Der Bundestag beschloss das Verbot mit der Mehrheit von Koalition, Grünen und Linken.

Laut der Deutschen Krebshilfe können Sonnenbank-Besuche das Krebsrisiko um bis zu 75 Prozent steigern© Colourbox
Für Jugendliche ist der Besuch in Sonnenstudios künftig verboten. Der Bundestag beschloss am Freitag, dass unter 18-Jährige wegen des besonderen Risikos von Hautkrebs keine Solarien mehr nutzen dürfen. Geplant sind Geldstrafen für die Betreiber von Solarien, wenn sie Jugendlichen doch den Besuch einer Sonnenbank erlauben. Die neuen Regeln gelten nicht für Sonnenbänke in Privathäusern.
Wer unter 30 Jahren beginnt, regelmäßig auf die Sonnenbank zu gehen, erhöht sein Risiko der gesamten Lebenszeit für Hautkrebs um 75 Prozent, schätzt die Deutsche Krebshilfe. Pro Jahr erkranken in Deutschland nach Angaben der Krebshilfe mehr als 140.000 Menschen an Hautkrebs, darunter rund 22.000 an dem gefährlichen Schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom. Etwa 3000 Bundesbürger sterben jährlich am Schwarzen Hautkrebs.
Das Strahlenschutzgesetz, in dem das Verbot geregelt ist, gehört zu mehreren Umweltgesetzen, die von dem gescheiterten Umweltgesetzbuch übrig geblieben sind. Der Bundesrat muss noch abschließend entscheiden.
Auch Patienten in Arzt- und Zahnartzpraxen sollen besser vor Strahlung geschützt werden. Dabei sollen bestimmte Grenzwerte nicht überschritten werden, und nur Fachärzte sollen eine Strahlen-Therapie veranlassen dürfen.
Die Solarienbranche leidet unter einem Rückgang des Interesses. Nach Angaben des Sonnenstudio-Verbands "Photomed" sank die Zahl der Betriebe von 8500 Anfang dieses Jahrzehnts auf rund 4200 Anfang dieses Jahres.