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Ratgeber Haut
11. März 2009, 16:52 Uhr

Sonnenstudio-Verbot für Jugendliche

Zu viel Sonnen erhöht das Hautkrebsrisiko, daher birgt auch das Solarium Risiken. Viele beginnen schon als Jugendliche, regelmäßig ins Sonnenstudio zu gehen. Das soll sich ändern: Das Bundeskabinett hat ein Sonnenstudio-Verbot bis zum Alter von 18 Jahren beschlossen.

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Solarium, Sonnenstudio, Sonnenstudio-Verbot, Hautkrebs

Das Bundeskabinett hat ein Sonnenstudio-Verbot für Jugendliche beschlossen© Jörn Pollex/DDP

Rund 3,5 Millionen erwachsene Solariennutzer haben laut Krebshilfe bereits zwischen 10 und 17 Jahren mit dem künstlichen Bräunen begonnen. Mindestens jeder zehnte Minderjährige folgt nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention diesem Schönheitsideal. "Schon Zwölfjährige, insbesondere Mädchen, bräunen ihre Haut mit Hilfe künstlicher UV-Strahlung", berichtet der Geschäftsführer der Krebshilfe, Gerd Nettekoven. Er mahnt: "Wer unter 30 beginnt, regelmäßig auf die Sonnenbank zu gehen, der erhöht sein Lebenszeit-Risiko für Hautkrebs immerhin um 75 Prozent."

Eckhard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention spricht von "einer richtigen Zeitbombe". Die unsichtbar angelegten Schäden können noch 30 Jahre oder später Hautkrebs auslösen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 140.000 Menschen neu an dem heimtückischen Leiden, mindestens 22 000 davon am hochgefährlichen Schwarzen Hautkrebs. 3000 Bundesbürger sterben daran im Jahr.

Auch Erwachsene brutzeln sich oft in Hochrisikobereichen der Strahlung. In Hamburg haben 59 von 64 befragten Hautärzten in einem Jahr Patienten mit Verbrennungen durch Solarien behandelt.

Gegen das ebenfalls riskante Schlankheitsideal mit dem Risiko der Magersucht kämpfte die Politik vor allem mit Aufklärung und Selbstverpflichtungen der Modebranche. Gegen grassierenden Alkoholmissbrauch gibt es Aufklärungskampagnen, Verbote - aber auch massive Probleme bei der Umsetzung. Auch beim Thema Solarien fragen Skeptiker, ob das Verbot das richtige Mittel ist und ob es nun auch flächendeckend umgesetzt wird.

Schon während der monatelangen Debatten um das Verbot machten Solarien-Freunde in einschlägigen Blogs Front dagegen. In den USA habe sich nicht viel am Verhalten jugendlicher Bräune-Fans geändert, seitdem in vielen Staaten Sonnenbank-Verbote in Kraft seien, heißt es da. Oder die Studios sollten lieber zu mehr Anleitung für die bessere Handhabung der Geräte gezwungen werden. Ansätze der Freiwilligkeit brachten allerdings in Deutschland keinen Erfolg. Nur rund 300 von etwa 7000 Studios machten bei einer entsprechenden Aktion für mehr Beratung, weniger Strahlung und dem verstärkten Abweisen von Jugendlichen mit.

DPA
KOMMENTARE (3 von 3)
 
facilidad_de_ser (11.03.2009, 16:50 Uhr)
Armes Deutschland...
Nach sieben Jahren Spanien hat mir das letzte Jahr in Deutschland gezeigt, dass ein freiheitsliebender Mensch hier überhaupt gar nichts verloren hat.
Hier soll man anscheinend nur arbeiten, Steuern bezahlen und fernsehen.
Der Rest wird schon irgendwie verboten, Stück für Stück werden einem alle Freiheiten genommen. Dementsprechend laufen die Menschen hier in den Grosstädten umher wie Mutanten. Das ist unendlich traurig und hat mit "leben" nicht viel zu tun.
Andere Völker ließen sowas nicht mit sich machen, da gäb es eine Revolution und die Politiker würden eher aufgeknüpft, als wiedergewählt zu werden.
derSchmu (11.03.2009, 16:19 Uhr)
es passiert ja doch was....
passend zum Amoklauf heute diesen Artikel...
und ich muss schon sagen, auch wenn sie bezueglich Managergehaelter, Bildung und sozialem Engagement nix geregelt bekommen, ist dieses Verbot ein Durchbruch bei den der deutschen Gesetzgebung...schliesslich wussten wir ja immer schon, braungebrannte Menschen, belasten die Krankenkassen immens, fuehrt zu mehr Arbeitslosen, damit auch zu groesseren Haushaltsloechern, zu mehr Kinderleichen in Waeldern und Gefrierschraenken, zu schlechterer Bildung und schlussendlich zu Amoklaeufen...
...was wir brauchen ist kein Verbotsorientierter Gesellschafts-/Jugendschutz, was wir brauchen sind Aufklaerung und Perspektiven...aber das is zuviel Aufwand, da sperr ich ein Tier lieber ein und geb ihm nix zu fressen, dann kann es sich genausowenig vergiften...
summer8 (11.03.2009, 15:57 Uhr)
Und was kommt als nächstes???
Vielleicht Freibadverbot im Sommer oder Flugreisen nach Australien nur für Personen über 18 Jahre???
Man kann es wirklich übertreiben.
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