Eines steht schon länger fest: So genannte Papillomviren können Warzen oder Gebärmutterhalskrebs verursachen. Jetzt stehen sie auch im Verdacht, an der Entwicklung von weißem Hautkrebs beteiligt zu sein.

Mit einem Mikroskop untersucht der Arzt die Haut auf bösartige Veränderungen© Daniel Roland/AP
Die meisten Menschen sind mit Papillomviren infiziert. Funktioniert ihr Immunsystem, schadet ihnen das aber nicht weiter. Forschern fiel aber auf: Patienten, die nach einer Organtransplantation auf die medikamentöse Unterdrückung ihres Immunsystems angewiesen sind, leiden oft an Warzen und erkranken bis zu 250 Mal häufiger an Hautkrebs als andere. Besonders erhöht ist ihren Angaben zufolge die Rate am so genannten Plattenepithelkarzinom, einem Krebs der obersten Hautschichten.
Als Grund dafür vermuten die Experten, dass das unterdrückte Abwehrsystem die Papillomviren nicht mehr bekämpfen kann. Professor Massimo Tommasino aus Lyon entdeckte, dass Papillomviren, die die Haut infizieren, Zellen in Krebszellen verwandeln können. "Offenbar nutzen diese Viren dazu die gleichen Krebsgene wie ihre Verwandten, die Zellen des Gebärmutterhalses infizieren", erklärten Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg.
Nach einer Infektion mit Papillomviren komme es aber nicht zwangsläufig zur bösartigen Veränderungen, hieß es weiter. Zellen verfügten offenbar über Kontrollmechanismen, die das Virus in Schach halten können. In Tumorzellen seien diese Schutzmechanismen lahmgelegt oder ausgefallen.
Auch bei der gesunden Bevölkerung steigt das Hautkrebsrisiko den Wissenschaftlern zufolge dramatisch an. Als Ursache wird häufiges Sonnenbaden vermutet.