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Ratgeber Haut

Haut zur Probe

Ein Stück Haut herausschneiden müssen Dermatologen dann, wenn Sie sich nicht sicher sind und ein Labor mit der Untersuchung beauftragen wollen. Von der Entnahme des Gewebes spüren Sie kaum etwas - allerdings bleibt meist eine kleine Narbe zurück.

Gewebe-Entnahme, Biopsie, Haut

Im Labor werden die Hautstücke in Flüssigkeit aufgelöst© Daniel Karmann/DPA/Picture-Alliance

Möchte Ihre Ärztin ein Stückchen Haut von Ihnen als Probe nehmen, wird sie die Stelle zunächst desinfizieren und anschließend betäuben. Sobald die Spritze wirkt, wird sie mit einem Skalpell oder einer kleinen, runden Hautstanze ein Stück Haut herausschneiden. Im Fachjargon heißt dieses Verfahren Biopsie. Die Probe kommt in ein Röhrchen, das sie später ins Labor schicken wird. Die Stelle näht sie zum Schluss mit einem oder mehreren Stichen zu.

Im Labor wird das Stück Gewebe aufbereitet, also in dünne Scheiben geschnitten und gefärbt. Anschließend legt die Labor-Mitarbeiterin die Haut unter das Mikroskop und schaut sich die einzelnen Zellen genau an. So kann sie Tumorzellen erkennen, aber auch Bakterien oder Pilze entdecken. Nach einigen Tagen liegt das Ergebnis vor.

Unter dem Mikroskop entpuppen sich manche merkwürdigen Stellen als Muttermale, die sich vielleicht in einen schwarzen Hautkrebs verwandelt hätten - Fachleute sprechen dann von so genannten dysplastischen Naevi. Wurden im Labor tatsächlich Krebszellen entdeckt, muss der Hautarzt operieren: Er schneidet an der entsprechenden Stelle relativ viel Gewebe weg, um möglichst alle Tumorzellen zu entfernen. An dieser Stelle wird wieder Haut nachwachsen, allerdings bleibt eine mehr oder weniger sichtbare Narbe zurück.

Expertenmeinung Thomas Diepgen, ärztlicher Direktor der Abteilung klinische Sozialmedizin, Berufs- und Umweltdermatologie des Universitätsklinikums Heidelberg:

Bei einem unklaren Krankheitsbild kann eine Gewebeentnahme sinnvoll sein; zwingend notwendig ist sie bei allen Hautveränderungen mit Krebsverdacht. Dabei muss nicht jeder dunkle Leberfleck gleich herausgeschnitten werden. Gerade weniger erfahrene Kollegen neigen dazu, schnell zum Skalpell zu greifen. Aber bevor sich ein verdächtiges Muttermal zum Melanom entwickelt, sollte man es lieber entfernen lassen.

Maren Wernecke
 
 
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