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Stern Investigativ - Rüstung und Militär

Zschäpe-Liebhaber war Spitzel des LKA Berlin

Die Ermittlungsbehörden waren doch näher dran als bislang bekannt. Bereits 2002 gab eine langjährige "Vertrauensperson" der Polizei Hinweise auf eine Kontaktperson der Zwickauer Zelle.

Von Lena Kampf

  Ein Vertrauter der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe war fast zehn Jahre lang LKA-Spitzel

Ein Vertrauter der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe war fast zehn Jahre lang LKA-Spitzel

Die Skandalserie reißt nicht ab: Nach Informationen von stern.de war kein geringerer als der mutmaßliche Liebhaber von Beate Zschäpe und NSU-Unterstützer Thomas S. fast zehn Jahre lang "Vertrauensperson" (VP) des Landeskriminalamts (LKA) Berlin. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat das Land Berlin die entsprechenden Akten vor dem NSU-Untersuchungsausschuss zurückgehalten, obwohl diese einen Hinweis auf Kontakte zum untergetauchten Terror-Trio im Mai 2002 enthalten. Damals gab S. der Polizei einen Hinweis auf eine Kontaktperson des untergetauchten Terrortrios. Bei vier weiteren Treffen zwischen 2001 und 2005 gab S. weitere Informationen preis, die für die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft aktuell von Bedeutung sind.

NSU-Untersuchungsausschuss wurde jetzt informiert

Diese längst aktenkundigen Details wurden der Bundesanwaltschaft allerdings erst am 20. März übermittelt. Die Karlsruher Behörde prüfte zunächst die Angaben und informierte dann am 24. Juli den Ermittlungsbeauftragten des Untersuchungsausschusses, der nun am heutigen Donnerstag die Abgeordneten unterrichtete. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Thomas S. im NSU-Verfahren als Beschuldigten wegen des "Anfangsverdachts der Unterstützung des NSU". Thomas S. ist ein früherer Kopf des inzwischen verbotenen Neonazi-Netzwerks Blood & Honour und soll zeitweise der Liebhaber der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe gewesen sein. Noch nach dem Abtauchen von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe soll S. Kontakt zu der Terrorzelle gehabt haben. Wie der stern in seiner aktuellen Ausgabe enthüllt, wurden im Bundesamt für Verfassungsschutz noch im Februar Akten zu S. gelöscht, obwohl das Bundeskriminalamt (BKA) erst fünf Wochen zuvor im Zuge der NSU-Ermittlungen die Wohnung von Thomas S. durchsucht hatte.

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