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CDU-Schatzmeister Linssen hortete Geld in Briefkastenfirma

Der Mann, dem Angela Merkel vertraut: Helmut Linssen, CDU-Schatzmeister und der Ex-Finanzminister von NRW, zahlte rund 830.000 Mark in Luxemburg ein. Zuletzt war der Trust in Panama registriert.

Von Wigbert Löer und Oliver Schröm

  Helmut Linssen ist sich keiner Schuld bewusst. Mit "Oh Gott. Oh gott, oh Gott. In grauer Vorzeit. Tja" kommentierte er die stern-Recherchen.

Helmut Linssen ist sich keiner Schuld bewusst. Mit "Oh Gott. Oh gott, oh Gott. In grauer Vorzeit. Tja" kommentierte er die stern-Recherchen.

Der Bundeschatzmeister der CDU, Helmut Linssen, hat jahrelang Geld in einer Briefkastenfirma in Mittelamerika verborgen. Linssen, 71, war von 2005 bis 2010 auch nordrhein-westfälischer Finanzminister. Im August 1997 zahlte er insgesamt 829.322 Mark bei der Bank HSBC Trinkaus&Burkhardt International S.A. in Luxemburg ein. Das zeigen Recherchen des stern.

Mithilfe der Bank packte er das Geld zuerst auf einen Trust mit dem Namen "Longdown Properties Corp.", der auf den Bahamas registriert war. 2001 wurde die Briefkastenfirma auf den Bahamas geschlossen und in Panama wieder eröffnet.

Letzte Bar-Auszahlung: 141.113 Euro

Linssen schloss sein Trinkaus-Konto am 29.12.2004. Wenige Monate später wurde er Mitglied im Kompetenzteam von Jürgen Rüttgers, des CDU-Spitzenkandidaten im Landtagswahlkampf. Die letzte Auszahlung, die Linssen in Luxemburg bar entgegen nahm, betrug 141.113 Euro. Anschließend wurde der Trust in Panama geschlossen.

Die Daten von Linssens Konto, bei dem auch seine Frau und seine Tochter zeichnungsberechtigt waren, fanden sich auf der CD mit Daten der HSBC Trinkaus&Burkhardt International S.A., die das Land Nordrhein-Westfalen 2010 kaufte. Die Bank residiert in Luxemburg und ist eine Tochter des Düsseldorfer Geldhauses HSBC Trinkaus&Burkhardt auf der Königsallee. Der Deal mit dem Datendieb wurde im Oktober 2011 öffentlich bekannt. Verantwortlich für den Ankauf war Norbert Walter-Borjans (SPD), Linssens Nachfolger als Finanzminister in NRW.

Linssen: "Oh Gott, oh Gott. In grauer Vorzeit. Tja."

Als der stern Helmut Linssen vergangenen Sonntag mit seiner Briefkastenfirma und seinem Konto in Luxemburg konfrontierte, sagte der CDU-Schatzmeister zunächst: "Ich weiß nicht, wovon Sie reden." Als der stern in dem Gespräch dann jene 829.322 Mark auf dem Konto in Luxemburg erwähnte, erwiderte Linssen: "Oh Gott. Oh Gott, oh Gott. In grauer Vorzeit. Tja."

Gegen Linssen lief auch ein Strafverfahren. Das wurde aber 2012 eingestellt. Linssen musste aufgrund der Verjährungsfrist nur seine Zinserträge für die Jahre 2001 bis 2005 nachweisen. In dieser Zeit hatte er mit seinem Geld im Ausland jedoch keinen Gewinn gemacht. "Ich bin aus dem Verfahren makellos rausgekommen", sagte Helmut Linssen dem stern am gestrigen Montag. Woher das Geld stammte, mit dem Linssen sein Konto in Luxemburg bei der Eröffnung 1997 aufgefüllt hat, konnten die Finanzbehörden nach stern-Informationen nicht klären.

  Die gesamte stern-Recherche lesen Sie im neuen stern, der ab Donnerstag am Kiosk erhältlich ist.

Die gesamte stern-Recherche lesen Sie im neuen stern, der ab Donnerstag am Kiosk erhältlich ist.

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