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Versuchter Anschlag von Bonn vor der Aufklärung

Ein 25-jähriger deutscher Salafist, der beim vereitelten Mordanschlag auf einen Pro-NRW-Politiker gefasst wurde, gilt auch als verantwortlich für das versuchte Bombenattentat in Bonn.

Von Wigbert Löer und Oliver Schröm

  Mutmaßlicher Bombenleger: Der inzwischen festgenommene Marco G. in Aufnahmen von Überwachungskameras

Mutmaßlicher Bombenleger: Der inzwischen festgenommene Marco G. in Aufnahmen von Überwachungskameras

Das versuchte Bombenattentat am Bonner Hauptbahnhof vom 10. Dezember 2012 steht vor der Aufklärung. Fünf Monate lang ermittelten Polizisten und Terrorexperten – nun haben sie nach Informationen des stern eine heiße Spur. Sie führt zu dem deutschen Salafisten Marco G., 25 Jahre alt, aufgewachsen in Oldenburg und zuletzt in Bonn gemeldet.

Marco G., der keinen Arbeitgeber hat und wohl von Hartz IV lebt, sitzt bereits in Untersuchungshaft. Er ist Mitglied jener islamistischen Gruppe, die auch einen Mordanschlag auf Markus Beisicht geplant hatte, den Vorsitzenden der rechtsextremen Partei "Pro NRW". Sondereinsatzkommandos stoppten Marco G. und einen weiteren Salafisten am 13. März 2013 rund 150 Meter vor Beisichts Wohnung in Leverkusen.

Schlaglicht auf gewaltbereite Salafistenszene

Dass hinter den beiden Attentatsversuchen offenbar dieselbe Person steckt, wirft ein neues Schlaglicht auf den gewaltbereiten Teil der Salafistenszene in Deutschland. Im Fall Beisicht wollten die Extremisten offensichtlich eine Einzelperson töten. Durch die Bombe am Bonner Hauptbahnhof hätten Dutzende Menschen zu Schaden kommen können. Das ist eine neue Dimension. Die Gewaltbereiten unter den Salafisten besorgen sich Waffen. Sie organisieren sich in Terrorzellen. Sie nicht nur zu allem bereit. Sie handeln auch.

Wie der stern aus Sicherheitskreisen erfuhr, fanden die Ermittler DNA-Spuren auf der Bombe - sowohl auf dem Metallrohr als auch auf dem Wecker des Zeitzünders. Diese DNA stammt wohl nicht von Marco G., jedoch von seiner Frau und seinem zweijährigen Sohn. Die Ermittlungen sind noch nicht vollständig abgeschlossen.

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