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Ratgeber Kinderkrankheiten

30. August 2010, 11:07 Uhr

Eltern geben zu schnell Medikamente

Wenn ein Kind hustet oder niest, greifen viele Eltern zu freiverkäuflichen Medikamenten. Australische Forscher warnen, dass die Mittel zu leichtfertig verabreicht und oft falsch dosiert werden. Das kann der Gesundheit des Kindes schaden.

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Braucht das Kind tatsächlich ein Medikament? Eltern sollten sorgfältig abwägen© Colourbox

Wenn das Kind erkältet scheint, verabreichen Eltern oft freiverkäufliche Medikamente gegen Husten, Schnupfen oder Fieber - und machen dabei grobe Fehler. Das berichteten australische Forscher auf einer Tagung des Internationalen Pharma-Verbands in Lissabon.

An der australischen Untersuchung nahmen 53 Mütter, sieben Väter und 37 Angestellte in Kindertagesstätten teil. Die Forscher präsentierten ihnen verschiedene Szenarien, in denen sie jeweils entscheiden konnten, ob sie einem zwei- bis fünfjährigen Kind ein Medikament geben. Wenn sie sich dafür entschieden, mussten sie die korrekte Dosis abmessen.

Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer (44 Prozent) habe eine falsche Dosierung gewählt, heißt es in der Studie. Außerdem entschieden sich 55 Prozent dazu, ein Mittel zu verabreichen, obwohl das Kind eine Temperatur unter 38 Grad hatte. 15 Prozent maßen die Temperatur überhaupt nicht und entschieden sich gleich fürs Medikament. 61 Prozent der Eltern und Angestellten gaben, auch wenn das Kind hustete oder schniefte, Paracetamol, ein Schmerzmittel, das fiebersenkend wirkt.

Viele Käufer hielten nicht verschreibungspflichtige Medikamente für weniger gefährlich als solche auf Rezept, erklärte Studienleiterin Rebekah Moles. Dies habe die Forscher "überrascht und beunruhigt".

Überdosierung kann fürs Kind gefährlich sein

Die Giftnotrufstelle im australischen Bundesstaat New South Wales, die auch Notrufe aus anderen Bundesstaaten entgegennimmt, habe bei knapp jedem zweiten eingehenden Anruf im Jahr 2008 die versehentliche Überdosierung von Medikamenten bei Kindern zum Gegenstand gehabt. 15 Prozent der Kinder hätten ins Krankenhaus gebracht werden müssen, heißt es in der Studie.

Australien sei bei der falschen Anwendung freiverkäuflicher Medikamente wahrscheinlich kein Einzelfall, schreiben die Verfasser der Studie. Für Eltern in der ganzen Welt sei es wichtig, die Arzneien angemessen zu verabreichen.

AFP
 
 
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