Ratgeber Kinderkrankheiten

7. August 2008, 20:14 Uhr

Alles unter Kontrolle

Jedes Kind hat einen gesetzlichen Anspruch auf elf kostenlose Vorsorge-Checks: Dabei prüft der Arzt, ob mit Ihrem Kind körperlich und seelisch alles in Ordnung ist. Denn je früher Krankheiten erkannt werden, desto mehr kann der Mediziner dagegen tun.

Das Stethoskop: kalt, aber für das Kind spannend©

Viele Krankheiten können schneller geheilt oder besser behandelt werden, wenn der Arzt sie im Anfangsstadium entdeckt. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat sich hierzulande die Gesundheit von Kindern in vielen Bereichen verbessert. Das ist auch auf das bundesweit einheitliche Vorsorge-Programm zurückzuführen.

Der Check ist kostenlos und umfasst elf Untersuchungen von der Geburt bis ins Jugendalter. Die erste - die so genannte U1 - führt die Ärztin gleich nach der Geburt des Kindes durch. Die letzte - die J1 - steht an, wenn Ihr Teenager zwischen 12 und 14 Jahre alt ist. Neu hinzugekommen ist die U7a gegen Ende des dritten Lebensjahres.

Ziel dieser Untersuchungen ist es, Krankheiten und Probleme früh zu erkennen und behandeln zu können. Bei den Vorsorge-Terminen achtet die Ärztin nicht nur auf körperliche Probleme wie zum Beispiel Wachstums-Störungen. Sie beobachtet Ihr Kind auch, um seine seelische Entwicklung einschätzen zu können. Vielleicht hat Ihr Nachwuchs Probleme, das Sprechen zu lernen, vielleicht ist er übernervös und sehr unkonzentriert. Darüber hinaus empfiehlt Ihnen der Arzt auch, Ihr Kind impfen zu lassen.

Sie sollten versuchen, die Termine für die jeweilige Untersuchung möglichst genau einzuhalten; die Checks sind so gedacht, dass sie entscheidende Entwicklungsschritte, die für die nachfolgenden Jahre besonders wichtig sind, erfassen können.

Maren Wernecke / Jan Schweitzer

Expertenmeinung Johannes Forster, Chefarzt der Abteilung für Kinderheilkunde am St. Josefskrankenhaus Freiburg, und Hans-Ulrich Neumann, Hamburger Kinderarzt:

Die Früherkennungs-Untersuchungen sind hilfreich, weil der Arzt damit Krankheiten aufspüren kann, die unbehandelt zu bleibenden Schäden führen würden. Das sind zum Beispiel bestimmte angeborene Störungen des Stoffwechsels, Taubheit oder Sehstörungen in den ersten Lebenswochen und -monaten.

Außerdem ist es sinnvoll, das Wachstum anhand der Länge, des Gewichts und des Kopfumfangs regelmäßig zu messen. So kann der Arzt Leiden entdecken wie Wasserkopf, Wachstumshormon-Mangel oder Zöliakie, eine Unverträglichkeit gegen Gluten, das in Getreide enthalten ist.

Besonders wichtig aber ist, dass die Kinderärztin bei den Früherkennungs-Untersuchungen prüfen kann, ob das Kind richtig gedeiht oder ob die Eltern es seelisch und körperlich vernachlässigen. Also: Kann es schon lächeln? Wie steht es um die Sprachentwicklung? Der Kinderarzt kann hier gut Entwicklungsstörungen entdecken.

Entdeckt die Kinderärztin Auffälligkeiten, die sie behandeln möchte, sollten Sie zuvor folgende Fragen mit ihr klären: Ist möglich, dass sich der Zustand spontan normalisiert - bedarf es also vielleicht gar keiner Therapie? Welchen Nutzen hat die vorgeschlagene Behandlung genau? Wie lange dauert es, bis der Nutzen eintritt? Wie aufwendig ist die Behandlung? Kann sie negative Folgen haben, etwa weil sie das Kind und die Familie überfordert?

 
 
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