Nehmen Frauen mit menstrueller Migräne eine Hormonsalbe, schützt das nicht vor den Attacken. Experten empfehlen, akute Anfälle besser mit den sonst üblichen Arzneimitteln zu behandeln.

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Kurzzeitig eingesetzte Hormone gegen menstruell bedingte Migräne schützen nicht wirklich vor Attacken. Sie verhindern Anfälle nicht, sondern verschieben sie nur. Setzen betroffene Frauen die Hormone wieder ab, kommt es sogar häufiger zu Migräne. Zu diesem Ergebnis kommen britische Wissenschaftler.
Etwa jede zehnte Migränepatientin leidet ausschließlich in den Tagen kurz vor und während der Periode an Migräneattacken, erläutert die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG). Auslöser sind die sinkenden Mengen der weiblichen Hormone, der Östrogene. Diese fallen kurz vor der Blutung ab. Bisher sei den betroffenen Frauen daher empfohlen worden, den Östrogenabfall mit hormonhaltigen Pflastern oder Hautgelen auszugleichen, sagt die DMKG.
Ob diese Therapie wirklich sinnvoll ist, wollten die Londoner Ärzte prüfen. Sie untersuchten 38 Frauen. Über drei Monate beobachten sie, wie sich die Hormonmengen während des Zyklus der Frauen verändern. Zugleich führten die Frauen ein Kopfschmerztagebuch. Ihre sonst üblichen Migräne-Medikamente durften sie weiterhin einnehmen.
Dann bekamen ein Teil der Frauen vom sechsten Tag vor der Periode bis zum zweiten Tag nach Einsetzen der Regel ein Hautgel mit einem Östrogen. Die anderen Frauen nur ein Gel ohne Wirkstoff. Dann wechselten die Gruppen.
Das Ergebnis: Während der Hormonbehandlung sanken die Tage mit Migräneanfällen um 22 Prozent. Die Anfälle waren zudem weniger intensiv. Zusätzlich war den Frauen seltener übel.
Dafür kam es jedoch nach Ende der Behandlung vermehrt zu Attacken. Sie legten um 40 Prozent zu. „Der therapeutische Effekt der Behandlung wird vollständig aufgehoben durch die Tatsache, dass dann nach der Periode vermehrt Migrändeattacken auftreten“, sagen die Experten der DMKG. Damit sei klar, dass die Therapie unwirksam sei. Die DMKG empfiehlt daher betroffenen Frauen, akute Migräneanfälle mit den sonst üblichen Arzneimitteln wie den Triptanen zu behandeln.
Sandra Jessel