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19. Januar 2009, 11:12 Uhr

Kopfschmerzen vernichten Hirnzellen

Jeder kennt sie, keiner mag sie, häufig sind sie nur von kurzer Dauer: Kopfschmerzen. Doch selbst vorübergehende Beschwerden belasten im Alltag enorm. Wer häufig mit dem Gewitter im Kopf zu kämpfen hat, läuft sogar Gefahr, dass sein Gehirn dauerhaft geschädigt wird.

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Das Hämmern im Gehirn lässt keinen klaren Gedanken zu© Colourbox

Kopfschmerzen schwächen Geist und Körper: Erschöpfungszustände, Konzentrationsschwäche und der Wunsch, sich am liebsten den Kopf abzuschrauben sind nur einige der Auswirkungen. Man fühlt sich schlapp, kann sich kaum konzentrieren und würde sich am liebsten den Kopf abschrauben. Auch wenn die Schmerzen meist schnell wieder vergehen, bleibt eine unbewusste Erinnerung des Gehirns an die Beschwerden vorhanden. Die ist besonders stark ausgeprägt bei Menschen, die an chronischen Kopfschmerzen leiden. Denn diese Kopfschmerzen verändern das Gehirn und hinterlassen Spuren, die dort mit der Zeit immer schwerer zu löschen sind. Die Schädigungen können sogar so weit gehen, dass dadurch graue Hirnsubstanz verloren geht.

"Besteht ein Kopfschmerz über mehr als fünf Jahre, können die Betroffenen kaum wieder ganz schmerzfrei werden", sagt Professor Hans-Christoph Diener, Direktor der Essener Universitätsklinik für Neurologie, in der aktuellen Ausgabe des Magazins Brigitte Woman. Nur wenn die Ursache des Schmerzes frühzeitig festgestellt und gezielt behandelt wird, kann ein "Schmerzgedächtnis" verhindern werden.

Bei wiederkehrenden Beschwerden sollte deshalb nicht zu lange mit einem Besuch beim Arzt gewartet werden. Doch eine dauerhaft effektive Behandlung der Beschwerden ist nur möglich, wenn es gelingt, ihre Ursache zu bestimmen. Das ist aber keine leichte Aufgabe, denn es gibt immerhin 243 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Auf der international gültigen Liste der Weltgesundheitsorganisation WHO findet sich beispielsweise auf dem ersten Platz die Migräne. Doch bevor ein Arzt eine genaue Diagnose stellen kann, muss er auch alle 242 weiteren Arten in Betracht ziehen. Anschließend kann er die individuell passende Therapie erstellen.

"Wer bereits an zehn Tagen im Monat Schmerzmittel benötigt, dem hilft eine Akuttherapie nicht mehr", so Diener. Der Leiter des Deutschen Kopfschmerzkonsortiums empfiehlt dann eine "integrierte Versorgung", eine Kombination aus Medikamenten, verhaltenstherapeutischen Maßnahmen wie Entspannungsverfahren und Techniken zur Stressbewältigung und regelmäßigem Ausdauersport, um einer dauerhaften Schädigung der Hirnsubstanz vorzubeugen.

wal
 
 
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