Immer mehr Kinder leiden unter Kopfschmerzen. In den meisten Fällen können Sie Ihrem Kind selbst helfen. Geben Sie Ihrem Kind aber nicht wahllos Tabletten: Manche Pillen sind nicht geeignet.
Keine Angst - es tut nicht weh
Die Ärztin wird Sie und Ihr Kind zunächst nach den Beschwerden fragen. Wichtig ist auch, dass sie sich ein Bild von den Lebensumständen des Kindes macht: Sie wird sich möglicherweise nach Stress-Situationen, Problemen in der Schule und nach Freizeitaktivitäten erkundigen. Anschließend wird die Ärztin Ihr Kind untersuchen. Meist reicht das aus, um die richtige Diagnose stellen zu können.
Die allgemeine Untersuchung umfasst:
ein Gespräch, um die Beschwerden, die Begleitsymptome und die Lebensumstände festzustellen,
eine allgemeine körperliche und neurologische Untersuchung,
die Untersuchung der Kopf- und Nackenmuskulatur, um Verspannungen zu erkennen,
das Messen des Blutdrucks: Zu hoher Blutdruck kann Kopfscherzen verursachen, niedriger nicht,
eine Auswertung des Kopfschmerz-Tagebuchs, sofern eins geführt wurde - so können Auslöser entdeckt werden.
Medizinische Geräte können die Ursachen finden
In Ausnahmefällen wird die Ärztin zusätzlich Blutuntersuchungen anordnen oder medizintechnische Geräte zu Hilfe ziehen. So können im Zweifelsfall andere, schwerwiegende Erkrankungen als Ursache für den Kopfschmerz ausgeschlossen werden. Zusätzliche Untersuchungen können sein:
eine Blutuntersuchung, um Entzündungen oder andere Krankheiten auszuschließen,
ein EEG (Elektro-Encephalo-Gramm), um eine Epilepsie zu erkennen,
eine so genannte Liquor-Punktion: Dabei wird aus dem Rückenmarkskanal Flüssigkeit entnommen. So kann die Ärztin festellen, ob der Schädeldruck erhöht ist,
eine Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT): Die ungefährliche Untersuchung in einer MRT-Röhre kann Tumore entdecken,
eine Computer-Tomographie: Diese Röntgen-Unterschung kann ebenfalls Geschwüre aufspüren,
eine Dopplersonographie des Schädels: Mit dieser unschädlichen Ultraschall-Untersuchung überprüft die Ärztin, ob die Blutgefäße, die zum Hirn führen, in Ordnung sind.
Ein Kopfschmerz-Tagebuch kann bei der Diagnose helfen
Ist Ihr Kind in dem Alter, in dem es bereits schreiben kann, könnte ein Kopfschmerz-Tagebuch empfehlenswert sein: Es hilft der Ärztin bei der Diagnose - und möglicherweise auch Ihrem Kind: Jedes zehnte wird allein durch das Führen des Kalenders schmerzfrei. Denn es lernt, sich selbst zu beobachten und Situationen, die Kopfschmerz auslösen könnten, zu vermeiden. Ein Kopfschmerz-Tagebuch sollte Ihr Kind etwa vier bis sechs Wochen führen. Hinein gehören folgende Notizen:
Wie stark waren die Kopfschmerzen?
Wie lange haben sie gedauert?
In welcher Situation war ich, als die Kopfschmerzen anfingen?
Waren da noch andere körperliche Beschwerden?
Wann habe ich welche Medikamente eingenommen?
Blättern Sie das Kopfschmerz-Tagebuch zusammen mit Ihrem Kind durch. Häufig lässt sich ein klares Muster erkennen. Kommen die Kopfschmerzen immer dann, wenn Ihr Kind etwas bestimmtes gegessen oder getrunken hat? Oder wenn es sich in stressigen Situationen befindet? Einige bekannte Auslöser für Kopfschmerzen bei Kindern sind:
Schlafmangel oder Schlafstörungen,
Lärm, Stress und Anspannung,
Kaffee oder Cola,
Durst,
Hunger,
Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Softdrinks oder Schoko-Cremes.
Constanze Löffler