Jedes zehnte Kind leidet heute unter Migräne. Obwohl den Kindern gut geholfen werden kann: mit Medikamenten und mit Trainings-Programmen. Doch zu viele Kinder werden in Deutschland zu spät behandelt - meist haben sich dann schon Probleme in der Schule ergeben.
Keine Angst - es tut nicht weh
Die Ärztin wird Sie und Ihr Kind zunächst nach den Beschwerden fragen. Gut ist, wenn Sie und Ihr Kind ausführlich antworten. Wichtig ist auch, dass die Ärztin sich ein Bild von den Lebensumständen des Kindes macht: Sie wird sich möglicherweise nach Stress-Situationen und nach Freizeitaktivitäten erkundigen. Anschließend wird sie Ihr Kind untersuchen. Meist reicht das aus, um die richtige Diagnose stellen zu können.
Die allgemeine Untersuchung umfasst:
ein Gespräch, um die Beschwerden, die Begleitsymptome und die Lebensumstände festzustellen,
eine allgemeine körperliche und neurologische Untersuchung,
die Untersuchung der Kopf- und Nackenmuskulatur, um Verspannungen zu erkennen,
das Messen des Blutdrucks: Zu hoher Blutdruck kann Kopfscherzen verursachen, niedriger nicht,
eine Auswertung des Migräne-Tagebuchs, sofern eins geführt wurde - so können Auslöser entdeckt werden.
Medizinische Geräte werden nur im Zweifelsfall eingesetzt
In Ausnahmefällen wird die Ärztin zusätzlich Blutuntersuchungen anordnen oder medizintechnische Geräte zu Hilfe ziehen. So können im Zweifelsfall andere, schwerwiegende Erkrankungen als Ursache für die Migräne ausgeschlossen werden. Zusätzliche Untersuchungen können sein:
eine Blutuntersuchung, um Entzündungen oder andere Krankheiten auszuschließen,
ein EEG (Elektroencephalogramm), um eine Epilepsie zu erkennen,
eine so genannte Liquorpunktion: Dabei wird aus dem Rückenmarkskanal Flüssigkeit entnommen. So kann die Ärztin festellen, ob der Schädeldruck erhöht ist,
eine Magnetresonanz-Tomographie (MRT): Die ungefährliche Untersuchung in einer MRT-Röhe kann Tumore entdecken,
eine Computer-Tomographie: Diese Röntgen-Untersuchung kann ebenfalls Geschwüre aufspüren,
eine transkranielle Dopplersonographie: Mit dieser unschädlichen Ultraschall-Untersuchung überprüft die Ärztin, ob die Blutgefäße, die zum Hirn führen, in Ordnung sind.
Ein Migräne-Tagebuch kann die Schmerzen verhindern
Ist Ihr Kind in dem Alter, in dem es bereits schreiben kann, könnte ein Migräne-Tagebuch empfehlenswert sein: Es hilft der Ärztin bei der Diagnose - und möglicherweise auch Ihrem Kind: Jedes zehnte wird allein durch das Führen des Kalenders schmerzfrei. Denn es lernt, sich selbst zu beobachten und Situationen, die Migräne auslösen könnten, zu vermeiden. Ein Migräne-Tagebuch sollte Ihr Kind etwa vier bis sechs Wochen führen. Hinein gehören folgende Notizen:
Wie stark war die Migräne?
Wie lange hat der Anfall gedauert?
In welcher Situation war ich, als die Migräne anfing?
Waren da noch andere körperliche Beschwerden?
Wann habe ich welche Medikamente eingenommen?
Blättern Sie das Migräne-Tagebuch zusammen mit Ihrem Kind durch. Häufig lässt sich ein klares Muster erkennen. Kommt die Migräne immer dann, wenn Ihr Kind etwas bestimmtes gegessen oder getrunken hat? Oder wenn es sich in stressigen Situationen befindet?
Einige bekannte Auslöser für Migräne bei Kindern sind:
Schlafmangel oder Schlafstörungen,
Lärm, Stress und Anspannung,
Kaffee oder Cola,
Durst,
Hunger,
Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Softdrinks oder Schoko-Cremes.
Constanze Löffler