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In der Pillen-Falle

Diagnose

Grundsätzlich kann jedes Mittel gegen Kopfschmerzen selbst Kopfschmerzen auslösen - wenn es zu oft eingenommen wird. Sogar gängige Substanzen wie Acetyl-Salicyl-Säure (ASS), besser bekannt als Aspirin, oder Paracetamol sind davon nicht ausgenommen.

Ob ein Medikamenten-bedingter Kopfschmerz vorliegt, können Sie mit Sicherheit nur feststellen, indem sie die Arzneistoffe absetzen: über mindestens zwei Wochen, besser sind acht Wochen. Leiden Sie anschließend weniger unter Kopfschmerzen oder unter Ihrem früher üblichen Schmerz-Muster, dann hat es sich um einen Schmerzmittel-Kopfschmerz gehandelt.

Wenn Sie noch keine Pause gewagt haben, überprüfen Sie, wie lange und regelmäßig Sie solche Arzneien schon nehmen. Fachleute sehen die Grenze bei zehn Tagen oder mehr pro Monat, unabhängig von der verwendeten Dosis.

Besondere Gefahr lauert bei Kombinationspräparaten. Sie enthalten gleich mehrere Wirkstoffe auf einmal, häufig auch Koffein. Studien der neurologischen Universitätsklinik Kiel belegen, dass gerade solche Tabletten für die größte Anzahl der Fälle von Medikamenten-bedingten Dauerkopfschmerzen verantwortlich sind.

Analysieren Sie Ihre Symptome genau

Spannungs-Kopfschmerzen und Migräne fühlen sich ein wenig anders an als der Kopfschmerz, der durch Medikamente entsteht. Checken Sie Ihre Symptome anhand der nachfolgenden Listen - vielleicht kommen Sie dem Übel ja auf die Spur.

Spannungskopfschmerz hat folgende Charakteristiken:

  • Er kann auftreten am ganzen Kopf, am Hinterkopf, an der Scheitelregion und der Stirn,
  • er kann mehrere Stunden bis zu einem Tag lang andauern,
  • er tritt gelegentlich bis täglich auf,
  • die Beschwerden sind leicht bis mittel stark,
  • er fühlt sich dumpf und drückend an,
  • es gibt kaum Begleiterscheinungen wie Übelkeit,
  • ausgelöst wird er zunächst durch Stress oder Wetterwechsel, wenn er chronisch ist, stellt er sich auch ohne Auslöser ein.

Migräne hat diese Merkmale:

  • Sie tritt überwiegend einseitig auf,
  • dauert 4 bis 72 Stunden an,
  • tritt etwa ein bis sechs Mal pro Monat auf,
  • sie fühlt sich pulsierend, hämmernd, pochend an,
  • sie ist häufig verbunden mit Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit,
  • Alkohol, Stress und Hormonschwankungen lösen sie aus,
  • auch Wochenenden sind beliebte Auslöser,
  • den Migräneanfall lindern Ruhe und Dunkelheit.

Kopfschmerz, der durch Medikamente entsteht, hat diese Kennzeichen:

  • Er betrifft den ganzen Kopf, ist meist beidseitig,
  • wenn er einseitig auftritt, wechselt er ab und an die Seite,
  • die Beschwerden treten mindestens einige Stunden am Tag auf. Ganze 80 Prozent der Betroffenen haben den Kopfschmerz als ständigen Begleiter - vom Aufstehehn bis zum Schlafengehen.
  • Über die Hälfte leidet an einem dumpf-drückenden Kopfschmerz. Bei den Restlichen hat der Schmerz einen pulsierenden Charakter oder eine Mischform aus beiden Symptomen.
  • Auch Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit sind dabei möglich.
  • Zudem werden häufig Begleiterscheinungen wie Schwindel, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit oder Müdigkeit beschrieben.
  • Der Schmerz imitiert anfänglich den zugrunde liegenden Kopfschmerz, zum Beispiel die Migräne.
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