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Bauchweh im Kopf

Migräne bei Kindern

Jedes zehnte Kind leidet heute unter Migräne. Obwohl den Kindern gut geholfen werden kann: mit Medikamenten und mit Trainings-Programmen. Doch zu viele Kinder werden in Deutschland zu spät behandelt - meist haben sich dann schon Probleme in der Schule ergeben.

Therapie

Trainingsprogramme helfen

Die Neigung, unter Migräne zu leiden, wird vererbt. Daran lässt sich nichts ändern. Dennoch kann Ihrem Kind geholfen werden. Kennt Ihr Kind zum Beispiel die Auslöser für seine Migräne-Attacken, kann es lernen, diese Situationen zu meiden. Ein solches Trainingsprogramm hilft häufig schon.

Manchmal ist es nicht damit getan, sich im Alltag anders zu verhalten. Leidet Ihr Kind unter einer Migräne-Attacke, sollten Sie Ihrem Kind Ruhe gönnen und den Raum, in dem es liegt, abdunkeln. Sie können ein kaltes Tuch oder einen Eisbeutel auf seine Stirn legen. Leise, entspannende Musik kann den Migräne-Anfall ebenfalls lindern. Möglicherweise hilft eine Massage der Schläfen und der Stirn mit Pfefferminzöl. Die ätherischen Substanzen vertragen manche Kinder allerdings nicht. Vor allem kleinere reagieren empfindlich auf die Gerüche und können sie als unangenehm empfinden. Dann sollten Sie eine sanfte Massage ohne Öl versuchen.

Die drei Stufen der Therapie: Hausmittel, Medikamente, Vorbeugen

Helfen die Hausmittel alle nicht, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen. Er wird mit Ihnen weitere Möglichkeiten besprechen. Es kann sein, dass er Medikamente empfiehlt. Acetyl-Salicyl-Säure (ASS) sollten Sie Ihrem Kind nicht geben: Diese Substanz verursacht das so genannte Reye-Syndrom, schwere Leberschäden sind die Folge. Auch Extrakte des Mutterkorns (so genannte Ergotamine) sind für Kinder gefährlich - Erwachsene hingegen können sie gegen Migräne einsetzen. Der Wirkstoff Ibuprofen sollte Kindern nur dann verabreicht werden, wenn sie über 14 Jahre alt sind.

Wieviel Schmerzmittel Sie Ihrem Kind geben können, hängt von seinem Körpergewicht ab: Je größer und schwerer der Körper, desto mehr Wirkstoff. Achten Sie genau auf die Packungsbeilage. Dort steht, wieviel Milligramm Wirksubstanz eine Pille oder ein Zäpfchen enthält. Soviel Wirkstoff dürfen Sie Ihrem Kind geben:



15 Milligramm Paracetamol pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag oder
10 Milligramm Ibuprofen pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.



Nasensprays wirken direkt dort, wo die Migräne entsteht

Wenn einfache Schmerztabletten nicht mehr ausreichen, könnten Substanzen aus der Wirkstoff-Klasse der Triptane helfen. Sie greifen gezielt in denjenigen Mechanismus ein, durch den Migräne entsteht. Doch bei Kindern entfaltet nicht jedes Triptan seine Wirkung, wie Studien zeigen. Belegt ist der Nutzen nur für ein Nasenspray mit dem Wirkstoff Sumatriptan. Das Präparat ist nur zugelassen für Kinder, die älter als 12 Jahre sind. Ist Ihr Kind jünger und versagen Schmerzmittel mit Paracetamol, sollten Sie mit der behandelnden Ärztin sprechen.

Erbricht sich Ihr Kind oder klagt es über andauernde Übelkeit, können Sie Ihm den Wirkstoff Domperidon geben. Damit das Präparat wirken kann, sollten Sie andere Medikamente erst 20 Minuten später verabreichen.

Eine prophylaktische Behandlung zeigt erst nach Monaten Erfolge

Vorbeugen können Sie der Migräne auch: mit so genannten Beta-Blockern und der Substanz Flunarizin. Allerdings sind diese Medikamente heikel. Denn die Substanzen sind nebenwirkungsreich und sollten Kindern nur unter bestimmten Bedingungen verabreicht werden. Medikamente für die Prophylaxe werden nur verschrieben, wenn Ihr Kind



an sechs oder mehr Tagen pro Monat Beschwerden hat,
Migräne-Anfälle hat, die länger als zwei Tage andauern,
unter extremen Schmerzen leidet,
über starke Übelkeit klagt oder sich übermäßig erbricht,
auf die übliche Behandlung bei einem Migräne-Anfall nicht anspricht,
die üblichen Medikamente gegen einen Anfall nicht verträgt,
im Alltag stark beeinträchtigt ist,
sehr stark unter der Migräne leidet.



Eine vorbeugende Therapie gegen Migräne-Attacken dauert etwa vier bis sechs Monate. Die ersten spürbaren Erfolge stellen sich erst nach drei Monaten ein.

Auch ohne Medikamente kann die Migräne verschwinden



Kinder mit Migräne müssen nicht unbedingt mit Tabletten behandelt werden. Ihnen nützen möglicherweise auch Entspannungsverfahren oder so genannte Kopfschmerz-Trainings. Diese Methoden können gegen Migräne helfen:



Entspannungsverfahren
Phantasiereisen,
die progressive Muskelentspannung nach Jacobson,
ein Kopfschmerz-Training,
ein Biofeedback-Verfahren.




Constanze Löffler

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