Um den Kopfschmerz loszuwerden, müssen Sie aufhören, Schmerzmittel einzunehmen. Es nützt nichts, nur die Dosis zu verringern oder die Medikamente seltener zu schlucken. Nur eine absolute Pause hilft. Sie sollte je nach Schweregrad der Abhängigkeit zwischen zwei und acht Wochen lang sein. Den Entzug können Sie zu Hause machen, mit Hilfe eines niedergelassenen Schmerz-Therapeuten, in Schmerzambulanzen in Krankenhäusern oder in spezialisierten Kliniken.
Die Ärztin, die Sie behandelt, wird Sie zunächst über Ihre Abhängigkeit und über die Schwierigkeiten beim Entzug aufklären. Bereits am ersten Tag Ihrer Therapie müssen Sie sämtliche Medikamente gegen Ihre Kopfschmerzen absetzen. Die Folge: Kopfschmerzen. Weitere Entzugs-Symptome können sein:
Am dritten und vierten Tag werden Ihre die Beschwerden wahrscheinlich den Höhepunkt erreicht haben, anschließend klingen sie allmählich ab. Die Qualen des Entzugs lassen sich durch spezielle Medikamente lindern: Dies sind leichte Neuroleptika, die Ärzte herkömmlicherweise gegen psychische Störungen verabreichen. Möglicherweise nützt Ihnen auch eine begleitende Verhaltenstherapie, sie kann die Behandlung unterstützen.
Sollten Sie zuvor auch Beruhigungsmittel verwendet haben, müssen auch diese Pharmaka über einige Wochen hinweg langsam reduziert und schließlich ganz abgesetzt werden. Wichtig ist, dass Sie diese Substanzen nicht plötzlich weglassen. Sonst drohen Ihnen möglicherweise ein so genanntes Medikamenten-Delirium und epileptische Anfälle.
Nach ein bis zwei Wochen geht es den meisten Betroffenen besser: Eines Morgens erwachen sie fassungslos, weil sie die Folter im Kopf zum ersten Mal seit langer Zeit nicht mehr spüren. Wie lange Sie entziehen müssen, hängt von der Schwere des Falls ab. Die Therapie kann zwischen fünf Tagen und einem Monat dauern.
Nach dem Entzug sind zwar die andauernden Qualen verschwunden, doch das Problem ist dadurch nur halb gelöst. Denn das ursprüngliche Leiden bleibt meist weiterhin bestehen. Damit der Teufelskreis der Abhängigkeit nicht erneut beginnt, sollten Sie mit vorbeugenden Maßnahmen gegen Ihre zugrunde liegenden Kopfschmerzen beginnen.
Nach der Entgiftung kann die Ärztin herausfinden, unter welcher Art von Kopfschmerzen Sie ursprünglich gelitten haben und Sie entsprechend behandeln. Vorbeugende Maßnahmen, die ohne Medikamente auskommen, sollten dabei Vorrang haben. Dazu zählen:
Bei Migräne kann auch eine medikamentöse Prophylaxe, zum Beispiel mit Betablockern wie Propranolol oder Metoprolol, sinnvoll sein. Falls Sie weiterhin Schmerzmittel nehmen müssen, sollten Sie darauf achten, die Medikamente höchstens an zehn Tagen im Monat einzunehmen.