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In der Pillen-Falle

Tipps

Wenn Sie vermeiden wollen, dass Sie medikamenten-induzierte Kopfschmerzen bekommen, denken Sie daran, dass Vorbeugen immer am besten ist: Oft lassen sich die Symptome durch genügend Schlaf- und Erholungsphasen sowie durch regelmäßige Bewegung deutlich verringern. Greifen Sie nur in Ausnahmefällen zu Schmerzmitteln. Versuchen Sie es zuerst mit anderen Methoden wie Massagen mit Pfefferminzöl oder Entspannungs-Übungen.

Mittel gegen Migräne und andere Kopfschmerzen sollten Sie höchstens zehn Tage im Monat anwenden. Verwenden Sie möglichst Medikamente, die nur einen einzigen Wirkstoff enthalten. Vor allem von Kombipräparaten, die Koffein enthalten, ist abzuraten. Tragen Sie nicht ständig Kopfschmerz-Tabletten bei sich. Sind die Pillen stets erreichbar, ist die Gefahr groß, nach der Packung zu greifen ohne lange nachzudenken.

Testen Sie, ob Sie vielleicht einfach bestimmte Lebensmittel vermeiden sollten, um erst gar keine Kopfschmerzen zu bekommen, die Medikamente nötig machen könnten. In seltenen Fällen können nämlich auch Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten Kopfschmerzen auslösen. Checken Sie systematisch, ob Ihnen folgendes bekommt:

  • Tee,
  • Kaffee,
  • Alkohol,
  • Kuhmilch,
  • Tomaten,
  • Käse,
  • Eier,
  • Fisch,
  • Räucherfleisch,
  • Sojaprodukte,
  • Schokolade,
  • Weizenmehl,
  • Fritiertes,
  • Zimt,
  • Muskatnüsse,
  • Geschmacksverstärker,
  • Süß-, Farb- oder Konservierungsstoffe.

Falls Sie unter Migräne leiden und Spannungskopfschmerzen verspüren, muss das nicht zwangsläufig ein Anzeichen für eine Migräneattacke sein. Probieren Sie zunächst, die Sache ohne Medikament - und mit Hausmitteln - zu überstehen.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie häufig unter Kopfschmerzen leiden. Eine Selbstmedikation über einen längeren Zeitraum ist riskant.

Seien Sie nicht enttäuscht, wenn die ärztliche Behandlung nicht sofort zum Erfolg führt. Die Therapie ist eine komplexe Angelegenheit, weil Kopfschmerzen durch viele verschiedene Faktoren entstehen können. Ihre Ärztin muss die Therapie individuell an Sie anpassen. Selbst eine Spezialistin braucht dafür unter Umständen ein paar Wochen.

Haben Sie den Verdacht, Ihre Kopfschmerzen seien schon auf Medikamente zurückzuführen, notieren Sie, was, wie viel und wann Sie etwas einnehmen. Das hilft Ihnen, zu erkennen, ob Sie gefährdet sind.

Wenn das Problem schon da ist

Möglicherweise sind Sie bereits gefährdet oder gar abhängig. Dann sollten Sie sich folgendes klarmachen: Ihre Kopfschmerzen werden Sie nur los, wenn Sie die Schmerzmittel absetzen. Das ist der einzige Weg. Wenn Sie weiterhin Schmerzmittel nehmen, können Sie nicht behandelt werden. Es wird nie besser werden.

Sollten Sie eine Medikamenten-Pause planen, lassen Sie sich von einem Arzt helfen. Allerdings bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen keine ausführliche Beratung zum Thema Schmerzmittel-Kopfschmerz. Daher wird es beim Hausarzt vielleicht schwierig werden.

Sie können Ihrem Arzt helfen, indem Sie vor der Schmerzmittelpause einen Kopfschmerz-Kalender ausfüllen. Dort notieren Sie, wie oft und in welcher Dosis Sie Schmerzmittel einnehmen - sowohl freiverkäufliche als auch rezeptpflichtige.

Sollten Sie Medikamente mit Substanzen einnehmen, die dem Morphin ähneln, weisen Sie Ihren Arzt darauf hin. Im Gegensatz zu allen anderen Schmerzmitteln dürfen diese nicht abrupt abgesetzt werden, sondern nur allmählich.

Machen Sie den Entzug unter Aufsicht

Lassen Sie sich während der Medikamenten-Pause von einem Experten begleiten. Das kann eine Schmerz-Therapeutin sein, aber auch ein Spezialist einer Schmerzambulanz. Sie können auch in eine Klinik gehen. Ein Entzug dauert zwischen fünf und 14 Tagen. Suchen Sie sich für diese Zeit seelischen Beistand bei Freunden oder in der Familie.

Seien Sie sich im Klaren darüber, dass Sie ihren alltäglichen Aufgaben während eines Entzugs nicht nachkommen können. Sorgen Sie im voraus dafür, dass Ihr Arbeitgeber und die Familienmitglieder auf Ihren Ausfall vorbereitet sind.

Passen Sie auch danach auf sich auf

Ist der Entzug geschafft, sollten Sie sich immer wieder bewusst machen, dass Ihre Beschweren sich deshalb gebessert haben, weil Sie keine Schmerzmittel mehr nehmen.

Führen Sie auch danach weiterhin ein Notizbüchlein, in das Sie eintragen, wann und wie viele Tabletten Sie genommen haben. So vermeiden Sie, die Maximaldosis erneut zu überschreiten. Greifen Sie nach der Medikamentenpause nur dann wieder zu Schmerzmitteln, wenn nichts anderes hilft.

Und: Lassen Sie sich gegen die Kopfschmerzen behandeln, wegen denen Sie zu häufig zu Schmerzmitteln gegriffen haben.

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