Jedes zehnte Kind leidet heute unter Migräne. Obwohl den Kindern gut geholfen werden kann: mit Medikamenten und mit Trainings-Programmen. Doch zu viele Kinder werden in Deutschland zu spät behandelt - meist haben sich dann schon Probleme in der Schule ergeben.
Professor Hartmut Göbel aus Kiel beantwortet Ihre Fragen
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Migräne und Ernährung?
Mindestens zwei Studien kommen zum Schluss, dass der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel hilft, Migräneattacken vorzubeugen.
Nach bisheriger Datenlage hat die so genannte oligoantigene Ernährung bei kindlicher Migräne eine nach evidenzbasierten Kriterien hinreichend gesicherte Wirksamkeit.
Vor allem bei schweren Migräneattacken, die wenigstens einmal pro Woche auftreten, können die Kinder auf Lebensmittel verzichten, die besonders reich an so genannten Antigenen sind. Dazu zählen Kuhmilch, Schokolade, Eier und Käse . Aber auch der Verzicht auf bestimmte Konservierungsstoffe und Lebensmittelfarbstoffe kann möglicherweise eine Migräne verbessern.
Ob allerdings tatsächlich eine Lebensmittelempfindlichkeit vorliegt und wenn ja, auf welche Lebensmittel und Nahrungsmittelzusätze das zutrifft, müssen die Patienten über mehrere Wochen austesten. Dafür verzichten die Kinder zunächst auf alle antigenreichen Nahrungsmittel für vier bis sechs Wochen. Danach können sie wieder anfangen, ein Nahrungsmittel nach dem anderen in geringen Mengen zu sich zu nehmen.
Welche Mechanismen tatsächlich die Anfallshäufigkeit von Migräneattacken beeinflussen, ist noch unklar. Möglicherweise ist hier zusätzlich auch eine veränderte Familieninteraktion wirksam. Insgesamt sind eine regelmäßige Ernährung und Ruhe beim Essen wichtiger als bestimmte Auslassdiäten.
Können alternative Heilmethoden gegen Migräne helfen?
Für Verfahren wie Akupunktur und Homöopathie liegen keine eindeutigen Studiendaten vor. Ihre Anwendung entspricht deshalb nicht den Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Therapieversuche mit diesen Verfahren können jedoch im Einzelfall gestartet werden, besonders, wenn andere Verfahren bislang versagt haben.
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