Jedes zehnte Kind leidet heute unter Migräne. Obwohl den Kindern gut geholfen werden kann: mit Medikamenten und mit Trainings-Programmen. Doch zu viele Kinder werden in Deutschland zu spät behandelt - meist haben sich dann schon Probleme in der Schule ergeben.
Psychische Probleme bei Migräne
Teenager mit Migräne begehen möglicherweise häufiger Selbstmord als gesunde Jugendliche. Das haben Forscher aus Taiwan herausgefunden. Die untersuchten Schülerinnen und Schüler mit Migräne litten auch häufiger unter Depressionen oder Panikstörungen - und zwar dreieinhalb mal so oft wie Kinder ohne Migräne.
Warum dies so ist, wissen die Forscher noch nicht genau. Möglicherweise liegt es an einem chemischen Ungleichgewicht im Hirn: Der Nerven-Botenstoff Serotonin spielt bei Migräne, aber auch bei Depressionen und bei Suizid-Gedanken eine Rolle.
Migräne-Gen entdeckt
Bei Migräne-Patienten arbeitet ein spezielles Gen anders, haben Kieler Forscher festgestellt. Dieses Gen steuert den Energiehaushalt der Nervenzellen im Gehirn. Hat ein Mensch Stress, verbrauchen seine Neuronen generell mehr Energie. Durch das veränderte Gen müssen die Nervenzellen von Migräne-Patienten jedoch bei Stress hungern: Sie bekommen nicht mehr genügend Energie geliefert. Deshalb kann sich das Gehirn von Migräne-Betroffenen nicht mehr gut genug gegen innere und äußere Reize abschirmen, ihm fehlt ein Stück des natürlichen Schutzwalls. Übersteigen die Reize ein bestimmtes Limit, reagieren die Nerven übersensibel: mit einer Migräne-Attacke.