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Hilfe jenseits der Schulmedizin

Akupunktur und Akupressur

Akupunktur ist eine Technik der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Nach der fernöstlichen Heilkunde entstehen Krankheiten durch ein Ungleichgewicht von Yin und Yang, den polaren Kräften im menschlichen Körper. Schmerzen entstehen demnach dadurch, dass der Energiefluss entlang der Leitbahnen zwischen einzelnen Körperbereichen blockiert ist. Reizt der Therapeut bestimmte Punkte entlang dieser Energie-Meridiane, soll dies das natürliche Gleichgewicht wieder herstellen. Stichhaltige Beweise für die Existenz von Energie-Meridianen und Akupunktur-Punkten gibt es bislang nicht. Trotzdem wirken Akupunktur und Akupressur, wie Studien belegen.

Vermutlich liegen die Akupunktur-Punkte auf besonderen Muskel-Schmerzpunkten oder an Durchtrittsstellen von Nerven und Gefäßen. Werden diese empfindlichen Stellen gereizt, verändern sich die Schmerzsignale an das Gehirn. Wissenschaftler nehmen an, dass die Schmerzimpulse schon im Rückenmark blockiert werden. Vermutlich werden dort spezielle Botenstoffe gehemmt, die für die Schmerz-Weiterleitung verantwortlich sind.

Akupunktur aktiviert körpereigene Morphine

Die Nadeln reizen die Nerven, diese schütten körpereigene Schmerzmittel - so genannte Endorphine - aus. Akupunktur wirkt zusätzlich langfristig schmerzlindernd, weil sie das Nervensystem stabilisiert -unabhängig davon, wohin sie gesetzt werden.

Ob Akupunktur bei Kopfschmerzen wirkt, ist nicht eindeutig belegt. Ein Behandlungsversuch lohnt sich aber trotzdem. Wer die Methode ausprobieren möchte, sollte sich nur von erfahrenen Ärzten behandeln lassen; bei sachgerechter Anwendung bestehen kaum Risiken. Bei Kindern sollte eher die schmerzlosere Laser-Akupunktur angewendet werden. Möglich ist auch, Kügelchen auf die Akupunktur-Punkte zu kleben - das ist bei Kindern gefahrloser.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Akupunkturbehandlung nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei chronischen Schmerzen im Rücken oder im Kniegelenk. Bei Kopfschmerzen lohnt es sich dennoch zu klären, ob die Kasse einen Teil der Kosten übernimmt.

Akupressur und Shiatsu: Schnell und effektiv

Die Akupressur ist ein Vorläufer der Akupunktur. Sie eignet sich zur Selbstbehandlung oder Partnermassage, da sie sehr sanft wirkt und keine unangenehmen Nebenwirkungen hat. Gerade bei Kopfschmerzen wirkt Akupressur schnell. Bei der Akupressur werden die Punkte mit den Fingerkuppen in kreisenden Bewegungen massiert. Kräftiger Druck wirkt beruhigend, sanfter Druck anregend. Mittelstarker Druck kräftigt den ganzen Körper.

Shiatsu ist die japanische Variante der chinesischen Akupressur, sie behandelt dieselben Punkte wie die Akupunktur. Statt mit Akupunktur-Nadeln werden die Meridian-Punkte wenige Sekunden bis einige Minuten lang mit sanftem Druck stimuliert. Eine Shiatsu-Behandlung dauert etwa eine halbe Stunde.

Zur Vorbeugung werden die Schmerzpunkte täglich ein bis zwei Minuten lang gedrückt, bei starken Schmerzen so lange, bis die Schmerzen verschwunden sind. Allerdings sollte die Behandlung nicht länger als eine Viertelstunde dauern. Welche Akupressurpunkte am Kopf massiert werden, ist vom Therapeuten abhängig. Manche Punkte jedoch haben sich allgemein bewährt. Fernpunkte wirken über Nervenverschaltungen auf die Kopfschmerzen ein.

An den Hauptpunkten sollte so vorgegangen werden:

  • Augenbrauen: etwas oberhalb der Augenbrauenlinie genau in der Mitte kreisförmig massieren.
  • Nase: die Mitte des Nasenrückens mit Daumen und Zeigefinger massieren.
  • Ohr: In den Vertiefungen hinter den Ohren die Fingerkuppen leicht pressen.
  • Schläfen: Fingerbreit neben den Augenbrauen kreisförmig massieren.

Fernpunkte sind:

  • Mittelfinger: an der Mittelfingerspitze,
  • Zehen: die Stelle zwischen dem zweiten und dritten Zeh,
  • Mittelfuß: die Vertiefung zwischen dem ersten und zweiten Mittelfußknochen.
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