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Was Til Schweiger, Sido und Captain Future gemeinsam haben

Der Sommer ihres Lebens? Christian Alvart über großes Kino, Spielplätze und drei wilde Jungs.

Der Regisseur Christian Alvart kann alles - egal ob in Berlin oder Hollywood: Wenn es Sie nach albtrauminduzierendem Grusel gelüstet, ist er ihr Mann: "Antikörper", "Padorum", "Case 39" oder auch der elend lange nachwirkende "Tatort: Borowski und der stille Gast". Sein anderes großes Talent ist die Action, mit der er Til Schweiger ein fulminantes "Tatort"-Kommissar-Debüt beschert hat, mit der er Nadeshda Brennicke in "Banklady" leuchten ließ und die definitiv in der ausstehenden "Captain Future"-3D-Verfilmung eine Hauptrolle spielen wird.

Wie viele Schweiger-"Tatorte" würden Sie drehen, wenn Sie könnten?

Ich kann ja! Ich bin gerade mitten in der Vorbereitung von einem Zweiteiler, einem großen Event, für das wir uns ganz verrückte Sachen ausgedacht haben, um noch eins draufzusetzen. Und da die ersten vier Schweiger-"Tatorte" schon immer so geplant waren, dass sie einen großen Bogen erzählen, möchte ich das gern auch zu Ende bringen. Und es könnte sogar sein, dass danach noch ein großes Sahnehäubchen oben drauf kommt. Dazu darf ich aber noch nichts weiter sagen.

Warum haben Sie sich eigentlich für Berlin und gegen Hollywood entschieden?

Ich war in Los Angeles und Kanada zum Drehen, und da ist es sehr, sehr schön - für eine Weile. Aber auf die Dauer liebe ich Berlin mehr. Ich habe mich beim Heimflug immer mehr auf den Flughafen und die spießigen Schrebergärten gefreut, als auf die tollen Highways. Es sind eigentlich ganz banale Dinge: In Berlin kann man zum Beispiel überall hinlaufen. Das habe ich auch in Los Angeles gemacht, aber da bist du dann so ein komischer Außerirdischer, der am Straßenrand allein läuft. Berlin ist eine richtige Stadt mit Spielplätzen an jeder Ecke. Die gibt es in Los Angeles nicht. Da muss man seine Kinder immer ins Auto stopfen, um zum Spielplatz zu fahren.

Als nächstes steht der Kinofilm "Halbe Brüder" an...

Genau, die sind abgedreht, und das war sehr witzig und nervenaufreibend. Sido, Fahri Yardim und Tedros Teclebrhan: Die Kombination ist ungewöhnlich, aber Gold wert. Man hat keine ruhige Minute, und ich hoffe, das kommt auch im Film rüber.

Sido ist ein guter Schauspieler, oder?

Der große Fehler von vielen Leuten, die so etwas noch nicht so häufig gemacht haben, ist, dass sie eine Show machen oder ganz verklemmt sind. Sido ist keins von beidem. Er spielt ganz echt. Es ist erstaunlich. Er ist diesmal nicht der Witzige, sondern das Herz des Films. Und das ist schwer.

Wann kommt denn nun "Captain Future", den Sie neu verfilmen wollen?

Momentan sitzt ein amerikanischer Autor an einem sehr lustigen Rewrite. Wir haben davon etwa die Hälfte gesehen. Wenn das Buch steht, beginnt die Besetzung. Das wird wohl so im Winter 2015 sein.

Was ist Ihre liebste Sommerbeschäftigung? Außer Filme drehen.

Auf meiner Terrasse in unserem aufblasbaren Pool liegen, und meine drei Jungs toben auf mir herum. Das ist wahnsinnig entspannend, weil man in dem Augenblick über gar nichts anderes nachdenken kann. Drei Jungs sind einfach wild hoch zehn.

Hatten Sie ein Lieblingseis als Kind?

Zitroneneis.

Wie schalten Sie am besten ab?

Eine Art, um an meinen kreativen Pool wieder heranzukommen, weil ich gar nicht merke, dass ich nachdenke, ist Autofahren. Da fallen mir plötzlich tolle Dinge ein. Deshalb fahre ich auch große Strecken, die ich fliegen könnte, mit dem Auto. Gern auch mal von Berlin nach Paris.

Das Gespräch führte Sophie Albers Ben Chamo

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