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Dorns Abgründe der Seele

Wulf Dorn schreibt in seinen Thrillern über seelische Abgründe. Dabei greift er auch auf seine langjährige Erfahrung in der Psychiatriearbeit zurück. In seinem neuen Buch wird der Psychiater Jan Forster von einer Stalkerin bedroht.

Der schlichte Krimi, da sind sich Experten weitgehend einig, reißt heute keinen Leser mehr vom Hocker. Eine Leiche, eine Ermittlung: Fall gelöst - das reicht oft nicht mehr. Immer komplexer müssen die Geschichten sein, der Leser will eintauchen in eine fremde Welt. Und das kann er in den Geschichten von Wulf Dorn. Der im schwäbischen Landkreis Günzburg geborene Autor treibt den Begriff des Psycho-Thrillers auf die Spitze.

Im Mittelpunkt seiner Bücher steht eine Psychiatrie. Alles dreht sich um die dunklen Geheimnisse, die Abgründe der Seele. Sein neues Buch "Dunkler Wahn" dürfte nahtlos anknüpfen an die Erfolge seiner Thriller "Trigger" und "Kalte Stille".

Bewunderung läuft aus dem Ruder

Diesmal geht es um das Thema Stalking. Der Psychiater Jan Forster - Dorns "Alter Ego", wie der Autor selbst sagt - findet einen Rosenstrauß ohne Absender, Geschenke vor der Haustür und anonyme Briefe. Schnell aber gerät die heimliche Bewunderung aus dem Ruder. Nach und nach werden alle Frauen in Jans Umfeld zu potenziellen Opfern der Stalkerin - allen voran Jans Freundin Carla. Und auch er, das Objekt der Begierde selbst, ist keinesfalls sicher.

Seine Ideen zieht Dorn oft aus persönlichen Erfahrungen, wie er im Interview der Nachrichtenagentur dpa verrät - so auch in seinem neuen Buch. Hier gab ein Erlebnis auf einer Lesereise den Ausschlag. Dort fand er eine Rose vor seiner Tür, als er früh morgens um sechs sein Zimmer verließ. "Das Hotel war über Nacht abgeschlossen", betonte er. "Da habe ich mir schon die Frage gestellt: Was, wenn Du wirklich gestalkt wirst?" Und aus dieser Überlegung entwickelte sich das, was nun als "Dunkler Wahn" in den Buchläden steht.

Krimi-Kunststück

Wie seine Vorgänger entwickelt die Geschichte einen unwiderstehlichen Sog und nervenzerreißende Spannung - bis zu einem fulminanten, völlig unerwarteten Ende. Dorn erzählt die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln und auch aus den Augen der Verfolgerin. So gibt er dem Leser einen Wissensvorsprung vor den Akteuren. Er kann die Puzzleteile schneller zusammensetzen als Jan oder gar die Polizei - und dürfte dennoch vom Ausgang der Geschichte mehr als überrascht sein. Ein Kunststück, das längst nicht jedem Krimi-Autor gelingt.

Nach diesen nervenaufreibenden Ereignissen will Dorn seinem Helden Zeit zum Verschnaufen geben: "Ich werde ihm jetzt erst einmal eine Pause gönnen - was der im "Dunklen Wahn" alles mitmachen musste... Davon muss er sich erstmal erholen."

Britta Schultejans/DPA/DPA

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