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2. Februar 2006, 16:15 Uhr

Die Kitschprinzessin

Nie wäre sie auf die Idee gekommen, einen Teil ihres Geldes in eine Weltreise oder eine Villa zu stecken. Cecelia mag keine Veränderungen. Sie lebt immer noch in Malahide, einem malerischen Vorort von Dublin. Hier ist sie aufgewachsen, hier wohnen ihre Eltern. Die Leute fahren dunkelgrüne Geländewagen und gehen mit beigefarbenen Hunden am Strand spazieren, der Blick ist immer weit und die Luft immer klar. Wozu die Koffer packen? Ist doch schön hier, in Malahide.

Es ist diese merkwürdige Mischung aus Biederkeit und Frohsinn, die man auch in ihren Büchern findet. Es gibt keinen Sex und keine ausufernden Partys. Dafür Männer mit sanften blauen Augen und schnell schlagenden Herzen. Natürlich gibt es auch böse Schicksalsschläge. Liebe und Verlust. Dann haben die Menschen "Traurigkeit in den Augen". Doch am Ende wird alles gut.

Dabei mag Cecelia gar keine "happy endings". Und findet auch nicht, dass sie welche schreibt. "Viele Leute sagen, sie hätten beim Lesen meiner Bücher einen Kloß im Hals", sagt sie und scheint nicht eine Sekunde darüber nachzudenken, dass es sich ja auch um jene Art von Kloß handeln könnte, die man nach dem Genuss von zu viel Marzipan verspürt. Nein, für Cecelia geht es in ihren Büchern schon ganz schön tragisch zu. Im ersten Roman stirbt der Ehemann und hinterlässt seiner Frau Briefe, um sie für eine neue Liebe zu wappnen.

In Roman zwei findet ein Sandkasten-Liebespaar erst nach diversen Ehen zueinander. Und in ihrem aktuellen Buch muss die Protagonistin eine Art Engel küssen, bevor sie sich der Liebe öffnen kann.

Zeitgenössische Erbauungsliteratur jenseits von "Sex And The City", frei von Zynismus und Gucci-Handtaschen - vielleicht sind die Bücher deshalb so erfolgreich: Sie befriedigen die Sehnsucht nach einer Welt, in der sich nicht Geld und Intrigen durchsetzen, sondern Wärme und Herzlichkeit.

Ihre Ideen kommen Cecilia "einfach so", wenn sie aus dem Fenster blickt oder im Internet surft. Dafür braucht sie Ruhe - und eben auch ein Leben, in dem alles "ganz normal" ist. "Egal, was passiert: Die Iren bleiben immer mit beiden Füßen auf dem Boden", sagt sie. Und wenn das stimmt, ist sie vielleicht gar nicht so bieder und bodenständig - sondern einfach nur irisch.

Andrea Ritter

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 5/2006

Das Buch

Das Buch Celcilia Ahern, "Zwischen Himmel und Liebe"
400 Seiten, Krüger, 16,90 Euro

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