
Unschuldsvermutung
Sechzig Jahre zu spät
Wien, 1938. Für die Kommissare ist die Sache klar: Karoline Streicher ist schuldig wie nur was. Eine grauslige Person, verschlagener Blick, loses Mundwerk - eine Giftmörderin par excellence. Ihren Mann, ihre neugeborene Tochter, ihre reiche Tante und die alte Untermieterin - alle hat sie mit Rattengift erlegt und büßt nun zu Recht auf dem Schafott.
Sechzig Jahre später recherchiert die Autorin Marie den Fall noch einmal von vorn, und spätestens nach dem Gespräch mit Streichers Sohn weiß sie: Seine Mutter war unschuldig. Susanne Ayoub operiert sehr geschickt mit Versatzstücken aus Psycho-, Kriminal- und Geschichtsroman - herausgekommen ist ein wirklich ungewöhnlicher Thriller.
Susanne Ayoub: "Engelsgift", Hoffmann und Campe, 368 Seiten, 19,90 Euro