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Abenteuer statt Damensalon

Miss Marple und Hercule Poirot – ihre größten Spürnasen sind fast ebenso berühmt wie die britische Krimi-Autorin Agatha Christie selbst. Zu ihrem 40. Todestag wird sie mit einer biografischen Graphic Novel geehrt.

Von Susanne Baller

  Agatha Christie ist auch 40 Jahre nach ihrem Tod noch die bestverkaufte Autorin aller Zeiten. Mehr Exemplare kauften Leser nur von der Bibel (Platz 1) und von Shakespeare (Platz 2). In der Graphic Novel "Agatha Christie – Das Leben ist kein Roman" werden viele spannende Stationen ihres Lebens illustriert.

Agatha Christie ist auch 40 Jahre nach ihrem Tod noch die bestverkaufte Autorin aller Zeiten. Mehr Exemplare kauften Leser nur von der Bibel (Platz 1) und von Shakespeare (Platz 2). In der Graphic Novel "Agatha Christie – Das Leben ist kein Roman" werden viele spannende Stationen ihres Lebens illustriert.

Eigentlich war das Leben, das Agatha Christie führte, genau das Gegenteil vom dem, was für eine Frau der britischen Upperclass üblich war. Als gebildete junge Frau hätte sie in den richtigen Kreisen einen wohlhabenden Mann finden und ein ruhiges ländliches Leben mit gelegentlichen Festen und Großstadtausflügen vor sich haben sollen. Kleine Teerunden im Damensalon, ein paar Kinder und Hunde sowie Bedienstete für alles, was Arbeit macht. So war das damals vorgesehen. Dennoch liest sich die Biografie der vor 125 Jahren geborenen Agatha eher, als hätte sich die britische Schriftstellerin selbst in eines ihrer Bücher hineingeschrieben: abwechslungsreich, aufregend und voller Höhen und Tiefen – zum Glück ohne Mord. 

  Bereits als Kind hat Agatha sich gern in ihre Fantasie geflüchtet. Sie brachte sich selbst mit fünf Jahren das Lesen bei.

Bereits als Kind hat Agatha sich gern in ihre Fantasie geflüchtet. Sie brachte sich selbst mit fünf Jahren das Lesen bei.

Dass die non-fiktionale Graphic Novel "Agatha Christie – Das Leben ist kein Roman" es schafft, die Spannung im eigenen Leben der Grande Dame der Kriminalromane zu vermitteln, liegt wohl daran, dass ihre Autoren, die Franzosen Anne Martinetti und Guillaume Lebeau, selbst Krimi-Experten sind. Und dass sich der Leser bei der Lektüre in seine eigene Kindheit zurückversetzt fühlt, hat der Zeichner Alexandre Franc zu verantworten: Er verwendete denselben Stil wie einst Hergé für "Tim und Struppi".

Neben den überraschenden Details aus dem Leben der Dame Agatha Mary Clarissa Christie, Lady Mallowan – oder kurz Agatha Christie – haben sich die Autoren eines Tricks bedient, den wir zuletzt in ähnlicher Form im "Tatort" gesehen haben. Während dort der Schauspieler Ulrich Tukur von seiner Figur Felix Murot ausgetrickst wird, streitet sich Agatha Christie immer wieder mit ihrem beliebten, aber auch recht besserwisserischen Detektiv Hercule Poirot herum. Der von sich selbst eingenommene Belgier stellt lästige Fragen – immer dann, wenn es ihr ohnehin schon nicht so gut geht. 

  Die Geister, die ich rief ... Ihre eigene Romanfigur Hercule Poirot macht Agatha Christie immer wieder das Leben schwer. Ist manchmal allerdings auch recht hilfreich.

Die Geister, die ich rief ... Ihre eigene Romanfigur Hercule Poirot macht Agatha Christie immer wieder das Leben schwer. Ist manchmal allerdings auch recht hilfreich.

Liebevoll, warmherzig und fantasieanregend für den Leser ist die literarische Reise ins letzte Jahrhundert ebenso wie spannend, lehrreich und romantisch. Der autarken und klugen Agatha Christie würde sie wohl gefallen.

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