Eifel-Krimis, Köln-Krimis, Dortmund-Krimis: In Deutschlands Städten und Provinzen wimmelt es von Verbrechern. Von der Kieler Förde bis zum Bodensee sind die Bundesstraßen mit Leichen gesäumt, zwischen Heidekraut und Alpenvorland blüht die Mafia - zumindest in den sogenannten Regionalkrimis. Die sind in Deutschland so beliebt wie Currywurst, mindestens genauso präsent und oft genug ähnlich lieblos zubereitet. Jan Seghers' Frankfurt-Krimis sind eine Ausnahme. Sein Kommissar Robert Marthaler ist bisweilen auf schwedische Art verschroben, erinnert insgesamt aber doch eher an Gewächse wie Josef Matula aus "Ein Fall für Zwei" als an Kurt Wallander aus Mankells Romanen. Seit vier Fällen - und vier Büchern - ermittelt Marthaler in und um Frankfurt, dieses Mal in einem historischen Fall: 1966 wurde die "Lebedame" Helga Matura getötet, eine Edelprostituierte, deren Mörder bis heute unbekannt ist. Jan Seghers, der eigentlich Matthias Altenburg heißt und als Journalist und Schriftsteller in Frankfurt am Main lebt, verbindet den authentischen Fall geschickt mit der Gegenwart und macht daraus einen soliden und unterhaltsamen Roman - ohne "Grüne Soße" und andere Regionalklischees.