Dass sein Bruder im Sterben liege, bestreitet Jaime García Márquez vehement. Der Literaturnobelpreisträger leide allerdings an Altersdemenz und werde wahrscheinlich keine Bücher mehr schreiben.

Mit seinem Roman "100 Jahre Einsamkeit" ("Cien años de Soledad") machte sich Gabriel García Márquez einen Namen als Autor© Rodrigo Arangua/AFP
Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez leidet nach Angaben seines Bruders an Demenz. "Er hat einige Probleme mit dem Gedächtnis", sagte Jaime García Márquez nach Angaben der Zeitung "El Tiempo" bei einer Konferenz im kolumbianischen Cartagena. In seiner Familie sei Altersdemenz verbreitet, auch er selbst habe kleinere Probleme, doch die Schwierigkeiten bei seinem Bruder seien viel größer. Er gehe davon aus, dass eine Krebsbehandlung im Jahr 1999 die Alterskrankheit bei seinem Bruder ausgelöst habe.
Jaime García Márquez wies Gerüchte zurück, nach denen sein 85-jähriger Bruder im Sterben liege und nicht mehr sprechen könne. "Gabo", wie der Nobelpreisträger allgemein genannt wird, rufe ihn fast täglich an, um im Gespräch "seine Erinnerungen zu aufzufrischen".
Der Gesundheitszustand des Schriftstellers sei befriedigend. Es sei vorher nicht darüber gesprochen worden, weil er sein privates Leben immer vor der Öffentlichkeit abschirmen wollte. Auf die Frage, ob noch neue Werke von Márquez zu erwarten seien, antwortete Jaime García Márquez auf der Konferenz: "Leider werden wir hierzu keine Gelegenheit mehr haben."
García Márquez gehört mit Werken wie "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" und "Hundert Jahre Einsamkeit" zu den bekanntesten lateinamerikanischen Autoren. 1982 bekam der kolumbianische Schriftsteller den Literaturnobelpreis. Über seinen Gesundheitszustand wird seit langem spekuliert, seit Jahren hat er nichts mehr publiziert. Gabriel García Márquez lebt in Mexiko.